Ein seltenes Naturschauspiel hat sich in der Nacht zum Dienstag (20. Januar) am Himmel über Mainz ereignet: Polarlichter waren mit bloßem Auge zu sehen. Der Mainzer Alex Kiefer hat das Phänomen im Hartenbergpark fotografiert und das Bild an Merkurist geschickt.
Das Polarlicht sei faszinierend gewesen berichtet Kiefer, „weil der grüne Vorhang mit einer hohen Geschwindigkeit über den Himmel zog.“ Die Aufnahme gelang ihm mit seinem Handy und einer dreisekündigen Langzeitbelichtung.
Auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) bestätigte die Sichtungen. In der Nacht zum Dienstag seien an vielen Orten in Deutschland Polarlichter zu beobachten gewesen, teilweise sogar mit bloßem Auge.
Starker Sonnensturm als Ursache
Verantwortlich für die Leuchterscheinungen war ein starker geomagnetischer Sonnensturm erklärt der DWD. Polarlichter entstehen, wenn elektrisch geladene Teilchen eines Sonnenwindes auf die Erdatmosphäre treffen. Dringen sie in die Erdatmosphäre ein, regen sie je nach Höhe unterschiedliche Molekülarten an, die dann verschiedenfarbiges Licht ausstrahlen.
Das in Mainz beobachtete grüne Licht wird hauptsächlich von Sauerstoffatomen in etwa 120 Kilometern Höhe erzeugt. Rotes Licht hingegen entsteht durch Sauerstoff in rund 200 Kilometern Höhe. Normalerweise sind Polarlichter nur in polaren Gegenden zu sehen. Bei starken solaren Ausbrüchen können sie aber auch in mittleren Breiten wie Deutschland sichtbar werden.
Der Sonnensturm am Montagabend zählte laut der US-Atmosphärenbehörde NOAA zur zweithöchsten Stufe. Seit dem sinkt die Intensität. Wie Diplom-Meteorologe Dominik Jung gegenüber der t-online-Redaktion erklärte, zeigten die Polarlichter-Vorhersagen aktuell nur noch eine mäßig erhöhte geomagnetische Aktivität. Die Wahrscheinlichkeit Polarlichter zu beobachten wäre damit niedrig, aber immerhin nicht ausgeschlossen.