Neues Wohnquartier mit 445 Wohnungen in der Oberstadt

Direkt an den Römersteinen, auf dem ehemaligen Gelände des Hildegardis-Krankenhauses, entsteht ein neues Quartier: Eingerichtet werden 445 Wohnungen in sieben Alt- und Neubauten. Auch die OP-Säle und die Kapelle werden bald bewohnt werden.

Neues Wohnquartier mit 445 Wohnungen in der Oberstadt

Die Krankenhaus-Kapelle wird zum Wohnraum, die ehemaligen Operations-Säle ebenso: Auf dem Areal des ehemaligen Hildegardis-Krankenhauses in der Mainzer Oberstadt entstehen gerade 445 Wohnungen in sieben Häusern. Obwohl es nicht unter Denkmalschutz steht, soll das alte Krankenhaus-Gebäude aus dem Jahr 1912 erhalten bleiben und aufwändig saniert werden - von der Eingangstreppe über den schnörkeligen Schriftzug „Hildegardisheim“ bis hin zum Glockentürmchen der Kapelle. Hier sollen künftig Fledermäuse einziehen.

Jugendstil wieder hergestellt

„Das Haus hat eine sehr hohe Wertigkeit in der Fassade und der Konzeption, daher haben wir es wie ein denkmalgeschütztes Gebäude behandelt“, so der Architekt Uwe Bordt bei einem Rundgang auf der Baustelle. Der Denkmalschutzexperte vom Wiesbadener Architekturbüro BGF+ ist begeistert von dem alten Jugendstil-Haus: „Es ist schön, dass alte Strukturen erhalten bleiben können, die so heute nicht mehr gebaut würden.“ So entstehen in dem ehemaligen Hildegardis-Hauptgebäude 67 sehr unterschiedliche Wohnungen, die allesamt vermietet werden. An- und Umbauten aus den 1930er Jahren wurden sogar entfernt, um den Jugendstil wieder herzustellen. „Es entsteht eine mondäne Architektur, die an ein freistehendes Grand-Hotel im Grünen erinnert“, sagt Bordt.

155 weitere Mietwohnungen werden gerade im ehemaligen Bettenhaus neben dem Hauptgebäude eingerichtet. Elf Stockwerke hoch ist das Gebäude, ganz oben befindet sich eine Penthousewohnung mit Blick über die gesamte Stadt und darüber hinaus. Auch hier bleibt die Bausubstanz erhalten, die Fassade erhält wellenförmige Balkone aus weißem Alublech. „Sie verleihen dem Hochhaus einen besonders hohen Wiedererkennungswert“, erläutert der für das Gebäude verantwortliche Architekt Ludwig Mann von mann+schneeberger Architekten aus Mainz.

Eigentumswohnungen im Neubau

Ein ganz neuer Bau entsteht direkt gegenüber der Römersteine, auf dem Gelände des früheren Pneumologie-Gebäudes. 64 Eigentumswohnungen sollen hier entstehen, die „die Vorzüge der Südlage voll zur Geltung bringen", wie es in der Beschreibung heißt. Auch im Untergrund wird gebaut, denn hier entsteht eine gigantische Tiefgarage auf drei Stockwerken - obwohl die Innenstadt nahe und die nächste Straßenbahnhaltestelle um die Ecke ist. „Da das Wohnquartier sehr hochwertig ist, haben wir für jede Wohnung einen Stellplatz eingeplant“, so der Architekt Ludwig Mann.

Die Mischung aus Alt- und Neubau auf dem Areal sei ein „qualitätvolles Ensemble“, heißt es von Seiten der Architekten. Historische Gebäude werden dann neben „futuristischen“ Neubauten stehen. „Wir sind erfreut, dass das alte Krankenhaus-Gebäude Teil des Projekt geworden ist, und nicht abgerissen wurde“, stellt Axel Strobach, Leiter des Stadtplanungsamts, heraus. Bestandsbauten zu erhalten sei weitaus nachhaltiger als Neubauten. Von Seiten der Stadt sei auch das Freiflächenkonzept und die Frischluftzufuhr wichtig gewesen.

Mit 14,50 Euro bis 16 Euro Miete pro Quadratmeter muss man für eine Wohnung rechnen, 25 Prozent der Wohnungen werden gefördert. Die Eigentumswohnungen kosten zwischen 6500 und 6800 Euro pro Quadratmeter - mit Ausnahmen nach oben, etwa bei der Penthousewohnung. Zwischen 100 und 200 Millionen Euro kostet der Bau insgesamt, Genaueres möchte der Projektentwickler Tim Gemünden, Geschäftsführer von Molitor Immobilien, nicht verraten.

Wer eine der Wohnung gerne beziehen möchte, sollte sich jedoch beeilen: Obwohl die ersten Wohnungen erst im November und die letzten im Spätsommer 2022 fertig werden, ist bereits ein Großteil verkauft.

Logo