Teil 2: Heimliche Weltmarktführer aus Mainz

Müllwagen, Brezeln oder Labore: Es gibt eine ganze Reihe an Mainzer Unternehmen, die den Markt in ihrem Bereich anführen. Einige der versteckten Spitzenreiter stellen wir euch hier vor.

Teil 2: Heimliche Weltmarktführer aus Mainz

Bei Weltunternehmen in Mainz denken viele an den Glasspezialisten „Schott“ oder den Impfstoffhersteller „Biontech“. Aber auch weniger bekannte Spitzenkonzerne haben ihren Sitz in Mainz. Sogenannte „Hidden Champions“ führen die Weltspitze quasi im Verborgenen an. In unserer Serie zeigen wir eine Auswahl der versteckten Marktführer vor der Haustür.

Müllwagen: Zöller-Kipper

50 Prozent aller Müllwagen in Europa fahren mit der Technik vom Mainzer Unternehmer „Zöller-Kipper“. In Deutschland sind es sogar 90 Prozent. Das Unternehmen stellt ganze ‘Abfallsammelfahrzeuge’ oder die hydraulischen Kippvorrichtungen her und nennt sich selbst Marktführer und ‘Hidden Champion’. Laut einer Studie der Universität Trier zu heimlichen Spitzenkonzernen ist die Bezeichnung zutreffend. Im Jahr 2016 machte die „Zöller-Gruppe“ einen Jahresumsatz von rund 226 Millionen Euro. Der Stammsitz der 1947 gegründeten Firma ist in Laubenheim in der Hans-Zöller-Straße.

Musikverlag: Schott Music

Der Name von „Schott Music“ hat nichts mit dem Glasproduzenten „Schott“ zu tun, sondern geht auf den Mainzer Gründer Bernhard Schott zurück. Vor über 250 Jahren, im Jahr 1770, gründete er den Musik-Verlag. Spätestens nachdem dieser die Werke von Richard Wagner veröffentlichte, erlangte er weltweit Bedeutung. Es folgten Beethovens neunte Sinfonie und Werke von Mozart. Mit einem geschätzten Jahresumsatz von 35 Millionen Euro und Firmensitzen in 10 Ländern ist der Verlag früher wie heute mit dabei an der Weltspitze der Klassik. Das Verlagshaus befindet sich am Weihergarten in der Altstadt. In der Carl-Zeiss Straße im Hechtsheimer Gewerbegebiet liegt das Logistikzentrum, in dem 13 Millionen Noten, Bücher, Tonträger lagern.

Brezelbäckerei: Ditsch

Ebenfalls auf eine lange Tradition in Mainz kann die Brezelbäckerei „Ditsch“ zurückblicken. Seit 1919 gibt es das einstige Familienunternehmen, dass inzwischen über 200 Filialen in Deutschland und der Welt betreibt. Den Durchbruch brachte die Spezialisierung auf Laugengebäck und der Brezel-Backautomat. Der große Andrang bei der Premiere des Geräts auf dem Mainzer Weinmarkt in den 70er-Jahren gehört für Peter Ditsch mit zu den schönsten Erinnerungen in der langen Firmengeschichte. Das Nischenkonzept im Bäckereigewerbe ging auf – seit 2010 verzeichnet das Unternehmen konstant einen dreistelligen Millionenumsatz. Im letzten Jahr erwarb der mexikanische Konzern FEMSA den Mainzer Betrieb, nachdem er zuvor an die Schweizer Valora AG verkauft wurde. Der Hauptsitz in der Robert-Bosch-Straße in Hechtsheim bleibt erhalten.

Chemie: Werner & Mertz

Eine weitere Original-Mainzer Gründung ist Werner und Mertz, aus dem Jahr 1867. Ihr bekanntes Frosch Logo wurde zuerst für die damals neuartige Schuhwachscreme ‘Erdal’ verwendet. Heutzutage findet man unter der Marke ‘Frosch’ alle möglichen Wasch- und Reinigungsmittel. In dieser großen Sparte ist das Familienunternehmen Marktführer. Der Hauptsitz an der Rheinallee in Mombach unterstreicht die Firmenphilosophie – Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft spielen eine große Rolle beim Chemiefabrikanten. Letztes Jahr lag der Umsatz von „Werner und Mertz“ bei 539 Millionen Euro.

Labor: Ganzimmun Diagnostics

Im Jahr 1998 noch mit bescheidenen 24 Mitarbeitern gestartet, hat das Labor „Ganzimmun Diagnostics“ ein rasantes Wachstum hingelegt. Demnächst erfolgt die Fertigstellung des 7000 Quadratmeter großen neuen Firmengebäudes auf dem Lerchenberg. Dort werden die 320 Beschäftigten Platz finden für die circa 800.000 Laboranalysen, die sie pro Jahr durchführen. Vor fünf Jahren betrug der Jahresumsatz 47,3 Millionen Euro.

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