Warum Stinkwanzen und Marienkäfer in Scharen in die Wohnungen krabbeln

Sie bevölkern momentan die Wohnungen, suchen sich Ritzen und hängen an Vorhängen: Auffällig viele Marienkäfer und Wanzen kriechen aktuell in die Innenräume. Warum das so ist und wie ihr reagieren könnt, verrät der Nabu.

Warum Stinkwanzen und Marienkäfer in Scharen in die Wohnungen krabbeln

Marienkäfer-Schwärme bevölkern aktuell viele Wohnungen. Sie krabbeln durch offene Fenster, hängen an Balkongeländern und Hauswänden. Warum ist das so?

„Die Tiere sind auf der Suche nach einem Winterquartier“, erklärt Rainer Michalski vom Nabu Rheinhessen. Dabei nutzen sie die noch warmen Tage. Normalerweise überwintern sie in Ritzen von Felsblöcken. In den Hohlräumen richten sie sich dann ihr Winterquartier ein.

In diesem Jahr gibt es besonders viele Marienkäfer, ist beim Nabu zu erfahren. Denn wegen der guten Wetterbedingungen stand ihnen genügend Nahrung zur Verfügung. Der warme Sommer sorgte dafür, dass sich etwa Blattläuse rasant vermehrten. Warmes und trockenes Wetter ist zudem besonders gut für die Brut. Außerdem breitet sich der eingeschleppte asiatische Harlekin-Marienkäfer immer mehr aus. „Vor allem die zugewanderten Arten finden das warme Wetter gut“, so Michalski.

Stinkwanze breitet sich in diesem Jahr aus

Und noch ein weiterer Gast breitet sich derzeit in den Wohnungen aus: Die Stinkwanze. Sie sind zwar genauso harmlos, können aber zur Verteidigung ein unangenehm riechendes Sekret versprühen. Wenn sich dieses in der Kleidung oder einem anderen Stoff festsetzt, stinkt es in der Wohnung. „Das kann auch nach dem Händewaschen noch stinken“, erklärt Michalski. Für die Gesundheit ist das Sekret allerdings unbedenklich. Im Winter sind die Stinkwanzen übrigens braun, im Frühjahr sind sie grün gefärbt.

Der Grund, dass es in diesem Jahr so viele Wanzen gibt, ist ähnlich wie bei den Marienkäfern: Warme und trockene Jahre regen Paarung und Eiablage zusätzlich an. Auch unter den Wanzen leben in Deutschland inzwischen etliche zugewanderte Arten, die dann auf der Suche nach einer Bleibe zum Überwintern ebenso in den Wohnungen landen können. Dazu zählen laut Michalski etwa die Graue Gartenwanze und die Marmorierte Baumwanze. Ähnlich wie die Gottesanbeterin profitieren sie vom Klimawandel. „In besonders warmen Gegenden sind sie auch häufiger anzutreffen“, erklärt Nabu-Experte Michalski.

So kommt es vor, dass Marienkäfer und Wanzen in Scharen an den Hauswänden sitzen. Das können 20 oder auch mehrere hundert Tiere sein. „Sie überwintern gerne in großen Trupps, dann finden sie im Frühjahr schneller einen Partner zum Fortpflanzen“, erklärt Michalski.

Wenn sich die Tiere zu euch verirren, könnt ihr sie vorsichtig einfangen, etwa mit einem Blatt Papier oder einem Glas. Dann solltet ihr sie draußen wieder fliegen lassen. Bleiben sie in der Wohnung, verhungern oder vertrocknen sie wahrscheinlich. Denn in der Wärme fehlt der Kältereiz und damit der Drang, sich ein Quartier zu suchen.

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