So sieht die neue Corona-Strategie in Rheinland-Pfalz aus

Pandemielager und besseres Frühwarnsystem: Wir stellen euch die neue Corona-Strategie der Landesregierung für Herbst und Winter vor.

So sieht die neue Corona-Strategie in Rheinland-Pfalz aus

„Die Inzidenz hat als Frühwarnsystem ausgedient“ – nach mehr als zwei Jahren Corona will das Land Rheinland-Pfalz im kommenden Herbst und Winter einen neuen Weg in Sachen Pandemiebekämpfung gehen. Das Konzept, das Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) am Montag vorstellte, basiert vor allem auf Vorschlägen der Ethikbeiräte des Bundes und des Landes. Im Einzelnen stellen wir euch vor, was sich künftig ändern soll:

Abwassermonitoring

  • Das Abwasser in Kläranlagen soll von Oktober an regelmäßig auf Coronaviren untersucht werden.

  • Ziel: Frühzeitiges Erkennen der Virusausbreitung und vorherrschender Varianten.

  • 14 Kläranlagen sollen regelmäßig untersucht werden – unter anderem in Mainz und Worms.

  • Geplant sind zwei Probenentnahmen pro Woche, das Land investiert rund eine halbe Million Euro.

Repräsentative Tests

  • Das Infektionsgeschehen soll zudem mit Tests in einer repräsentativen Bevölkerungsgruppe analysiert werden.

  • 52 Praxen in Rheinland-Pfalz liefern dem Robert-Koch-Institut bereits sogenannte Sentinelerhebungen. Es werden epidemiologisch relevante Daten erfasst, um Entwicklungen in der Gesamtbevölkerung zu ermitteln.

  • Diese Datengrundlage soll nun gemeinsam mit der Universitätsmedizin Mainz ausgeweitet werden.

Impfungen und Medikamente

  • Geimpft werden soll vor allem (mehr als 70 Prozent) in Arztpraxen, zudem soll es ergänzende

    staatliche Angebote geben.

  • Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die vierte Corona-Impfung für alle Menschen ab 60 Jahren, wenn die erste Auffrischungsimpfung oder die letzte Corona-Infektion mindestens sechs Monate zurückliegt.

  • Bereits zugelassen ist auch das Medikament Paxlovid, das in ausreichender Menge zur Verfügung stehe, so die Landesregierung. Ob es im Einzelfall eingesetzt werde, entscheide immer der Arzt.

Pandemielager

  • Die neue Landesreserve an Schutzausrüstung wird beim Landeskrankenhaus in Andernach angesiedelt.

  • Zweck: Materiallager für persönliche Schutzausrüstung bei „andauernden Schadensereignissen“ (zum Beispiel Pandemien oder Tierseuchen)

  • Versorgt werden sollen aus dem Lager zum Beispiel Mitarbeiter aus Krankenhäusern, Alten- und Pflegeeinrichtungen, Arztpraxen sowie Polizei, Feuerwehr, Hilfs- und Rettungsdienste.

  • Die geplanten Kosten von 7,37 Millionen Euro werden vom Land getragen; der jährliche Betrieb wird nach derzeitigem Stand zwischen 700.000 und 1,5 Millionen Euro kosten.

  • Geplante Fertigstellung: Ende 2023

Kitas und Schulen

  • Großflächige Kita- und Schulschließungen seien „unbedingt zu vermeiden“.

  • Alle Bildungsangebote sollen in Präsenz stattfinden.

  • Generelle Test- oder Maskenpflichten sind zum Schulstart am 5. September nicht geplant.

  • Kinder und Jugendliche sollen bei Symptomen zu Hause bleiben.

Weitere Maßnahmen

  • Welche konkreten Maßnahmen darüber hinaus ab Oktober gelten könnten, hänge von der Neugestaltung des Bundesinfektionsschutzgesetzes ab.

  • Ein Vorschlag des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) und des Bundesministeriums der Justiz (BMJ) sieht eine Maskenpflicht im Luft- und öffentlichen Fernverkehr vor, außerdem eine Masken- und Testpflicht in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen.

  • Zudem sollen die Länder weitere Regeln beschließen können, unter anderem eine Maskenpflicht im ÖPNV und eine Maskenpflicht in öffentlich zugänglichen Innenräumen.

  • Den Entwurf will das Bundeskabinett am Mittwoch (24. August) abschließend beraten.

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