Nach Aufschrei: Supermarktkette senkt Preis für Fleischkäse-Brötchen wieder

Ganze 20 Cent mehr hatte das Handelsunternehmen Globus zuletzt für seine Fleischkäse-Brötchen verlangt. Jetzt folgte die Rückkehr zum Kampfpreis von einem Euro. Doch diese Preis-Politik kommt außer bei den Kunden nicht bei jedem gut an.

Nach Aufschrei: Supermarktkette senkt Preis für Fleischkäse-Brötchen wieder

Rolle rückwärts bei der Supermarktkette Globus: Nachdem der Handelsriese vor zwei Monaten die Preise für seine Fleischkäse-Brötchen erhöht hatte, kehrt er nun wieder zur alten Preisstruktur zurück. Doch für die Aktion erhält das Unternehmen, das im Herbst am Schillerplatz in Mainz einen „Metzgergrill“ eröffnen will, nicht nur positive Resonanz. So gibt es mitunter scharfe Kritik an den Dumping-Preisen.

„Festpreis-Garantie“

Erst im Mai hatte Globus den Preis für ein Fleischkäse-Brötchen von einem Euro auf 1,20 Euro angehoben. Diesen Schritt begründete ein Unternehmenssprecher damals wie folgt: „Um unseren Zulieferern bei den aktuell sprunghaft gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten weiterhin faire Preise bezahlen zu können, sind wir gezwungen, den Preis unseres Fleischkäsewecks in allen unseren Markthallen auf 1,20 Euro anzuheben.“ Nun setzte aber ein Umdenken bei der Supermarktkette ein. Seit dem 1. Juli gilt nun bis zum Jahresende eine „Festpreis-Garantie“ von einem Euro. „Dafür gibt's dann noch 'ne extra dicke Scheibe“, schreibt Globus auf seiner Facebook-Seite.

Gegenüber der „Bild“ begründet die Handelskette diese Entscheidung damit, den Fokus nun insbesondere auf die vielen Menschen „mit geringerem Haushaltseinkommen“ legen zu wollen, da diese von den gestiegenen Preisen besonders hart getroffen würden. Für diesen Schritt bekommt die Handelskette in den sozialen Medien von ihren Kunden viel Lob: „Man kann auch die Preise halten, wenn man will. Globus will und denkt an die Kunden“, ist dort unter anderem zu lesen.

Kritik an Preisgestaltung

Doch es gibt nicht nur positive Reaktionen auf die Preissenkung bei den Fleischkäse-Brötchen. So ist man beim Fleischerverband Rheinland-Rheinhessen verwundert, wie solche Preise zustande kommen. Wie dessen Geschäftsführer Alexander Zeitler auf Anfrage von Merkurist erklärt, sei ein solcher Preis im Fleischerfachgeschäft aus mehreren Gründen nicht möglich. Er könne sich nicht vorstellen, dass Metzgereien im Verbandsgebiet versuchen, da mitzuhalten, so Zeitler. „Die Bauern haben aktuell keine Spielräume für Preissenkungen. Warum große Unternehmen des Handels angeben, günstiger einkaufen zu können, ist unklar.“ Womöglich sei dies Teil einer Marketingstrategie.

Generell sei es so, dass die Beratung und der Verkauf der selbst hergestellten Lebensmittel durch ausgebildete Fachkräfte an den Theken des Fleischerhandwerks personal- und damit kostenintensiv seien. Wie hoch also letztlich ein angemessener Preis für ein Fleischkäse-Brötchen sein sollte, sei von vielen Faktoren abhängig. In der Regel würde in Metzgereien nach Gewicht abgerechnet, so Zeitler. Der Preis werde dabei von jedem Betrieb individuell ermittelt. Der Verbraucher müsse dann entscheiden, ob das Fleischkäsebrötchen ihm dann diesen Preis wert sei.

Persönlich findet der Fleischerverband-Geschäftsführer das 1-Euro-Fleischkäse-Brötchen „schön für den Verbraucher, aber leider eine geringe Wertschätzung für ein hochwertiges Lebensmittel“. Ein handwerklich hergestellter Fleischkäse und ein handwerklich hergestelltes Brötchen könne in einem Fleischerfachgeschäft nur zu einem anderen Preis angeboten werden.

Und wie reagieren andere Supermarktketten, die in ihrer „Heißen Theke“ ebenfalls Fleischkäse-Brötchen anbieten, auf den Dumping-Preis? Bei Rewe hält man sich komplett bedeckt und bittet um Verständnis, dieses Thema „nicht mit Statements begleiten“ zu möchten. Bei Edeka kann man zu dem Thema keine allgemeingültige Aussage machen, da hier die selbständigen Kaufleute des Edeka-Verbunds „grundsätzlich frei über die Angebotspreise entscheiden“, so eine Unternehmenssprecherin.

Logo