Mainzer Selfmade-Milliardär überraschend gestorben

Lufthansa-Großaktionär stirbt im Alter von 79 Jahren

Mainzer Selfmade-Milliardär überraschend gestorben

Der in Mainz geborene Selfmade-Millionär Heinz Hermann Thiele ist tot. Er starb nach Familienangaben am Dienstag im Alter von 79 Jahren überraschend in München.

Nach kriegsbedingter Flucht aus Ostdeutschland wuchs Thiele in Vlotho (Weser) und Minden (Westfalen) auf, wo er 1961 sein Abitur machte. Im Jahr 1969 startete er seine berufliche Laufbahn beim Bremssystem-Hersteller Knorr-Bremse als juristischer Sachbearbeiter in der Patentabteilung. 1979 wurde Thiele in den Vorstand des Unternehmens berufen, dem er 28 Jahre lang angehörte.

1987 wurde er Vorstandsvorsitzender der Unternehmensgruppe, deren Gesellschaftsanteile er ab 1985 sukzessive erwarb. Von 2007 bis 2016 war Thiele Aufsichtsratsvorsitzender der Knorr-Bremse AG, ab Juli 2020 stellvertretender Vorsitzender. „Heinz Hermann Thiele hat sein ganzes Leben in den Dienst der Knorr-Bremse und vielfältiger weiterer unternehmerischer Tätigkeiten gestellt. Er hinterlässt ein einzigartiges und außergewöhnliches Lebenswerk“, erklärt die Knorr-Bremse AG in einer Mitteilung.

In die Schlagzeilen geriet Thiele im Sommer 2020, als er als Großaktionär der Fluggesellschaft Lufthansa deren Rettung in der Corona-Krise beinahe zum Scheitern brachte. Bis zum letzten Moment hatte er sich geweigert, die Bedingungen einer Teilverstaatlichung zu akzeptieren. Letztlich stimmte er diesem Schritt jedoch zu. Mit zwölf Prozent der Lufthansa-Anteile war er nach dem Staat der zweitgrößte Aktionär der Fluggesellschaft.

Laut Angaben der Nachrichtenagentur „Bloomberg“ gehörte Heinz Hermann Thiele mit einem geschätzten Vermögen von rund 20 Milliarden Dollar zu den reichsten Deutschen.

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