Was hat es mit dem Horror-Garten in der Oberstadt auf sich?

Clownsköpfe, Schädel und eine blutige Hand kommen im Garten einer Mainzerin aus der Erde. Merkurist hat sich dorthin getraut und bei der Bewohnerin nachgefragt, was es mit dem Gartenfriedhof auf sich hat.

Was hat es mit dem Horror-Garten in der Oberstadt auf sich?

Wer an dem Garten in der Hechtsheimer Straße Ecke Ritterstraße vorbeikommt, erschrickt erstmal: Aus dem Boden ragen dunkle Grabsteine zwischen Laub hervor und an einem Baum hängen Gespenster mit zerrissenen Gewändern von den Ästen herunter. Wir haben bei der Bewohnerin geklingelt.

Halloween-Deko aus Mainz und den USA

Amelie Ruppert öffnet die Tür. Anders als ihr Garten sieht sie sehr freundlich aus: Sie lächelt und bietet ein Glas Wasser an, bevor sie anfängt, ihre Geschichte zu erzählen. Den Garten dekoriere sie seit über zehn Jahren immer passend zur Halloween-Zeit. „Ich bin in Mainz aufgewachsen und habe schon als Kind Fassnacht gefeiert, daher habe ich einen besonderen Bezug zu Kostümen.“ Außer an Fassnacht und Halloween verkleide sie sich zudem gerne für Live Action Role Plays. Sie sei schon immer der „verspielte, fantasievolle Typ“ gewesen.

Ruppert hat eine Zeit lang in den USA gelebt: Erst in New Hampshire in der Nähe des für Hexen bekannten Salem, später wohnte sie im New Yorker Tarrytown, auch bekannt als „Sleepy Hollow“. Dort habe man Halloween sehr groß gefeiert. Bei ihrer Rückkehr nach Mainz brachte sie kleine Grabsteine und Clownsköpfe aus den USA mit – und die stehen noch immer in ihrem Garten.

Mit der Zeit habe sich ihre Deko-Sammlung Stück für Stück vergrößert. Einen Großteil ihrer Grabsteine und Puppen habe sie zum Beispiel im Mainzer Kostümgeschäft „Deiters“ gekauft. Sie bastele aber gerne auch selbst an ihrer Halloween-Deko. Eine Puppe sei beispielsweise von ihr selbst genäht, auch den Schaum ihres Hexenkessels habe sie selbst gebastelt.

Reaktionen auf den Horror-Garten

Bei der Dekoration ihres Gartens achte Ruppert jedoch darauf, dass es nicht zu gruselig wird. „Eine Baby-Puppen-Girlande aus den vergangenen Jahren stelle ich zum Beispiel nicht mehr raus, um kleine Kinder nicht zu verschrecken.“ Die seien abends gern mit Taschenlampen rund um ihren Garten unterwegs und staunen über die Skelette, Zombies und Co. Beim Dekorieren sei Ruppert auch von erwachsenen Passanten schon auf ihren Garten angesprochen worden. Bis auf ein paar ältere Nachbarn seien die Reaktionen auf ihre Halloween-Dekoration überwiegend positiv.

An Halloween selbst hat Ruppert nicht viel geplant: „Ich bleibe zuhause, schaue mir Filme mit Freunden an und versorge klingelnde Kinder mit Süßigkeiten.“ Auch wer nichts „Süßes oder Saures“ will, für den lohnt sich ein Spaziergang am Sonntag-Abend an ihrem Garten vorbei: An Halloween wird der Garten beleuchtet sein und die gruselige Deko in einen schaurigen Schimmer tauchen.

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