Die Geschichte hinter dem Horror-Garten in der Oberstadt

Jedes Jahr an Halloween hängen Gespenster von den Bäumen eines Mainzer Gartens und Grabsteine ragen aus seiner Erde. Merkurist hat mit der Bewohnerin gesprochen und herausgefunden, welche Geschichte dahinter steckt.

Die Geschichte hinter dem Horror-Garten in der Oberstadt

Wenn Mainzer im Oktober am Garten in der Hechtsheimer Straße / Ecke Ritterstraße vorbeilaufen, läuft ihnen erst einmal ein Schauer über den Rücken: Pinke Clownsköpfe schauen vom Boden hoch und ein knochiges Skelett kommt zwischen dem Laub hervorgekrochen.

Importierte Halloween-Deko aus den USA

Seit über zehn Jahren dekoriert Amelie Ruppert zur Halloween-Zeit ihren Garten mit dunklen Grabsteinen und schaurigen Gespenstern. Einen Teil der aufwendigen Deko hat sie aus den USA mitgebracht. Dort hat die Mainzerin selbst eine Zeit lang gelebt – erst in New Hampshire in der Nähe des für Hexen bekannten Salem, später wohnte sie im New Yorker Tarrytown, auch bekannt als „Sleepy Hollow“. Die beiden Orte sind für ihr gruseliges Flair bekannt. Gerade Halloween wird dort groß gefeiert.

Bei ihrer Rückkehr nach Mainz brachte Ruppert eine Reihe kleiner Grabsteine und die pinken Clownsköpfe mit. Diese finden seitdem jedes Jahr wieder einen Platz in ihrem Horror-Garten. Im Laufe der Zeit ist ihre Deko-Sammlung weiter gewachsen. Einen Großteil der Grabsteine und Puppen hat sie zum Beispiel im Mainzer Kostümgeschäft „Deiters“ gekauft. Sie bastelt aber gerne auch selbst an ihrer Halloween-Deko. Eine Puppe ist beispielsweise von ihr selbst genäht, auch den Schaum ihres Hexenkessels hat sie selbst gebastelt.

Die aufwendige Dekoration begründet Ruppert mit ihrer Affinität zu Kostümen: „Ich bin in Mainz aufgewachsen und habe schon als Kind Fastnacht gefeiert, daher habe ich einen besonderen Bezug zu Kostümen.“ Außer an Fastnacht und Halloween verkleide sie sich zudem gerne für Live Action Role Plays. „Ich bin schon immer der verspielte, fantasievolle Typ gewesen“, erzählt sie.

Ruppert hat auch ein Lieblingsstück in ihrer Sammlung: Den Grabstein des kopflosen Reiters. Wie sie selbst hat Washington Irving, der Autor der Kurzgeschichte „Der kopflose Reiter“, ebenfalls im „Sleepy Hollow“ gelebt. Da ein Grabstein von dieser Größe allerdings schwierig im Flugzeug zu transportieren gewesen wäre, war Ruppert sehr froh, dass sie den Grabstein auch hier in Mainz gefunden hat.

So reagieren Mainzer auf den Horror-Garten

Bei der Dekoration ihres Gartens müsse Ruppert jedoch darauf achten, dass es nicht zu gruselig wird. So blieb in den letzten Jahren zum Beispiel eine Baby-Puppen-Girlande lieber verstaut, um keine kleinen Kinder zu verschrecken. Die seien abends gern mit Taschenlampen rund um ihren Garten unterwegs und bewundern die Fledermäuse, Zombies und Co. Auch erwachsene Mainzer staunen, wenn sie ihren Garten entdecken. Dieses Jahr fahren aufgrund von Umleitungen besonders viele Busse und Autos durch die Hechtsheimer Straße – „da wird groß geguckt“, so Ruppert. Von Passanten sei Ruppert während des Dekorierens sogar schon auf ihren Garten angesprochen worden. Dabei seien die Reaktionen auf ihre Halloween-Dekoration überwiegend positiv gewesen.

Wer am 31. Oktober beim Horror-Haus klingelt, den erwartet dort Süßes oder Saures. „Ich bin natürlich Zuhause und verteile Süßigkeiten an die Kinder“, sagt Ruppert. Sie habe bereits viele Vorräte besorgt und wisse auch schon, in welchem Kostüm sie die Kinder empfangen wird: Sie verkleidet sich dieses Jahr als ein Charakter von Game of Thrones – welcher genau es wird, bleibt bis zum 31. noch eine Überraschung.

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