Warum das Mainzer Tierheim nicht an Dritte vermittelt

Eine Bilanz nach den Feiertagen

Warum das Mainzer Tierheim nicht an Dritte vermittelt

Den Liebsten eine Freude bereiten – darum geht es vielen Menschen an Weihnachten. Der ein oder andere ist auch schon auf die Idee gekommen, ein Haustier zu verschenken. Nicht selten hört man, dass viele von ihnen nach den Feiertagen (wieder) im Tierheim landen. Wurden in diesem Jahr auch in Mainz Hunde, Katzen und Wellensittiche verschenkt und danach im Tierheim abgegeben?

An Dritte wird kein Tier vermittelt

Nach den Feiertagen zieht die Vorsitzende des Tierheims Christine Plank Bilanz: „Die Leute verschenken nicht mehr so viele Tiere wie früher.“ Es komme seit Jahren schon nicht mehr zur Rückgabe von verschenkten Tieren nach den Weihnachtsfeiertagen. Bei der Abgabe eines Tieres könne man zwar nicht immer nachvollziehen, wie lange das Tier bei seinem Besitzer war. Bei der Vermittlung führe das Tierheim jedoch „sehr intensive Vermittlungsgespräche“ und achte darauf, dass die Harmonie zwischen dem Tier und seinem neuen Besitzer stimmt. An Dritte wird kein Tier vermittelt. Das Phänomen des Hundes oder der Katze als Weihnachtsgeschenk ist beim Mainzer Tierheim also „nur ein Mythos“, so Plank.

Ähnlich verhält es sich mit den Tieren, die während der Corona-Pandemie vermittelt wurden. Bereits 2020 hatte der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) e.V. berichtet: „Die Corona-Krise und die damit verbundene vermehrte Zeit zu Hause durch Homeoffice oder Kurzarbeit hat die Nachfrage nach Heimtieren in die Höhe schnellen lassen.“ 2020 und Anfang 2021 ist auch in Mainz der Bestand an gemeldeten Hunden gestiegen (wir haben berichtet). Einige Mainzer hatten befürchtet, dass viele der vermittelten Tiere nach dem Ende des Lockdowns wieder ans Tierheim zurückgegeben würden.

Keine Corona-bedingten Rückgaben von Tieren

Das Mainzer Tierheim kann inzwischen auch hier Bilanz ziehen: In diesem Jahr habe es zwar einige Rückgaben von Hunden und Kleintieren wie Kaninchen oder Meerschweinchen gegeben. „Von diesen Rückgaben ist aber keine einzige Corona-bedingt.“ Mit den Vermittlungsgesprächen habe das Tierheim vermeiden wollen, dass ein Tier nur während der Pandemie ein Zuhause findet und danach wieder abgegeben wird: „Wir beschäftigen uns im Vorfeld mit den Menschen, die ein Tier mit nach Hause nehmen wollen, klären sie auf und vermitteln dann das Tier, das am besten zu ihnen und ihren Lebensumständen passt.“ Dieses Mittel hat sich bewährt: „Die Corona-Tiere sind weitestgehend da, wo sie hingekommen sind“, so Plank.

Ein häufiger Wechsel des Umfeldes sei vor allem für Hunde unschön. „Die einen verkraften es besser, die meisten verkraften es schlechter, wenn sie häufig ihr Zuhause wechseln“, erklärt die Tierheim-Vorsitzende. Schöner sei es, wenn der Hund direkt in sein „End-Zuhause“ gehen kann. Bei fehlender Harmonie zwischen Tier und Mensch, sei es jedoch besser, wenn das Tier zurück ins Tierheim kommt.

Ihr möchtet das Tierheim Mainz unterstützen? Hier könnt ihr euch informieren.

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