Busunfall in Wiesbaden nicht durch technisches Versagen verursacht

Gutachten liegt vor

Busunfall in Wiesbaden nicht durch technisches Versagen verursacht

Technisches Versagen ist nicht die Ursache für den verheerenden Busunfall am Wiesbadener Hauptbahnhof im vergangenen November. Zu diesem Ergebnis kommt die Wiesbadener Staatsanwaltschaft, nachdem am Mittwoch der Abschlussbericht der Polizei und das unfallanalytische Gutachten zu dem Unfall vorliegt. Zuerst hatte der Wiesbadener Kurier darüber berichtet.

Demnach habe nach aktuellem Stand kein technischer Defekt an dem Bus vorgelegen. Derzeit wird also davon ausgegangen, dass menschliches Versagen ursächlich für den Unfall war. Im Dezember des vergangenen Jahres wurde allerdings ausgeschlossen, dass der 65-jährige Fahrer einen Herzinfarkt, -anfall, epileptischen Anfall, Schlaganfall oder Vergleichbares vor dem Unfall erlitten hat.

Der Busfahrer schweigt weiterhin zu dem Unfallhergang. Zu welchem Ergebnis die Ermittlungen gegen den Fahrer, der vor dem Unglück am Steuer des Busses saß, gekommen sind, ist unklar. Dieser hatte das Fahrzeug an den 65-Jährigen übergeben, der mit dem Bus in die Haltestelle gefahren war. Ihm wurde vorgeworfen, die Übergabe nicht ordnungsgemäß durchgeführt zu haben.

Wie der „Wiesbadener Kurier“ berichtet, müsse der Polizei-Abschlussbericht zunächst von der Staatsanwaltschaft durchgearbeitet werden. Zudem könne jetzt die Verteidigung Einsicht in die Ermittlungsakten erhalten. Wann ein Endergebnis zu dem Unfall vorliegen wird, ist derzeit noch immer nicht abzusehen.

Hintergrund

Am 21. November 2019 hatte ein Linienbus an der Haltestelle Hauptbahnhof C noch Fahrgäste ein- und aussteigen lassen. Was im Anschluss passierte, gibt den Ermittlern noch immer Rätsel auf. Der Bus fuhr über vier Fahrspuren und einen Grünstreifen auf das Gebäude des Hauptbahnhofs zu. Statt seine Fahrt wie geplant auf dem Kaiser-Friedrich-Ring fortzusetzen, krachte der Bus in ein Wartehäuschen vor dem Bahnhof. Ein Mann kam dabei ums Leben, 23 Personen wurden teils schwer verletzt. (df)

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