Großer Leerstand im Mainzer Hauptbahnhof

Aktuell sind im Mainzer Hauptbahnhof viele Läden dauerhaft oder vorübergehend geschlossen. Doch die Corona-Pandemie ist nicht der einzige Grund.

Großer Leerstand im Mainzer Hauptbahnhof

Gastronomie, Bäckereien und kleinere Geschäfte: Wer im Mainzer Hauptbahnhof auf seinen Zug warten musste, hatte immer eine große Auswahl, sich die Zeit zu vertreiben. Doch aktuell ist die Auswahl deutlich kleiner als sonst. Im Erdgeschoss (EG) hat beispielsweise der Zeitschriftenladen „Relay“ dauerhaft geschlossen, der Tabakwarenladen „Barbarino“ im EG und im ersten Obergeschoss (OG) zumindest vorübergehend. Auch das italienische Restaurant „Ciao Bella“ im EG hat nach relativ kurzer Zeit wieder dichtgemacht.

Oben haben die „Bären Company“ und seit Jahren schon die Metzgerei Zeiss dauerhaft geschlossen. Der Zeiss-Nachfolger „Bulls Meatlovers“ hat nie eröffnet (wir berichteten). Doch warum häufen sich die Schließungen in letzter Zeit? Und warum dauert es so lange, bis ein Nachfolger gefunden wird? Die naheliegende Begründung: Corona. Allerdings leben die meisten Läden im Bahnhof vom To-Go-Geschäft, zudem hatten einige Geschäfte auch schon vor der Pandemie geschlossen.

So erklärt eine Sprecherin der Deutschen Bahn auf Merkurist-Nachfrage: „In der Tat sind Verträge – Corona-unabhängig – ausgelaufen.“ Allerdings merke man schon, dass die schwer kalkulierbare Pandemie-Entwicklung die Nachvermietung beeinflusse. „Es gibt verhaltenes Interesse, aber noch keine fixen Neuverträge.“

Tabakladen wird wieder öffnen

Im Falle des Tabakwarenladens „Barbarino“ ist tatsächlich die Pandemie der Grund für die vorübergehende Schließung seit dem 16. März. Ein Sprecher der verantwortlichen Unternehmensgruppe Dr. Eckert GmbH erklärt: „Die Filialen im Mainzer Hauptbahnhof befinden sich in Rheinland-Pfalz, wo Tabakwaren nicht zum täglichen Bedarf zählen. Und da Mainz immer noch Notbremse hat, müssen die Läden aktuell noch geschlossen bleiben.“

In Nierstein habe man die Filiale nicht schließen müssen, da diese ein großes Printpresse-Sortiment habe, das wiederum zum täglichen Bedarf zähle. „In Hessen wiederum gehören Tabakwaren zum täglichen Bedarf. Deshalb war die Wiesbadener Filiale durchgehend geöffnet.“ Sobald es die Inzidenz zulasse, werde man auch in Mainz wieder öffnen.

„Relay“ zieht in erstes Obergeschoss

Der Zeitschriftenladen „Relay“ hat zum 31. Dezember 2020 geschlossen. Geschäftsführer Jochen Halfmann erklärt auf Merkurist-Anfrage: „Unser Mietvertrag ist ausgelaufen und wir investieren zum August 2021 in unseren zweiten Store im Hauptbahnhof im 1. OG, den heutigen ‘Virgin’, und werden dort die neuste Generation Relay mit breitem und tiefem Buchsortiment und Zeitschriftensortiment und den bisherigen Relay-Sortimenten unseren Gästen anbieten.“

Auch im Falle von „Bulls Meatlovers“ gibt es Neuigkeiten: Dort soll zum Jahresende ein „neues Food-Konzept“ an den Start gehen, wie die Bahnsprecherin erklärt. Dann gäbe es immerhin einen Leerstand weniger.

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