Müssen die Mainzer wieder mit leeren Regalen rechnen?

Die Preise für Benzin und Gas steigen, Lebensmittel sollen ebenfalls teurer werden. Einige befürchten nun zudem, dass es zu Lieferengpässen bei vielen Produkten kommen könnte. Auf was müssen sich die Mainzer einstellen?

Müssen die Mainzer wieder mit leeren Regalen rechnen?

Beginnen wieder die Hamsterkäufe wie zu Beginn der Pandemie? Wie einige Merkurist-Leser berichten, stehen sie immer öfter vor leeren Regalen. Auch wird befürchtet, dass die Preise in absehbarer Zeit steigen werden. Dann würden nicht nur Benzin, Öl und Gas teurer, sondern auch Lebensmittel.

„Vieles wie Weizen, Öl usw. kommt billig aus der Ukraine. Die Ukraine ist die Kornkammer Europas. Wir werden uns in Europa wohl an andere Preise gewöhnen müssen“, vermutet ein Leser. Was wird uns also in Zukunft erwarten?

Großteil des Sonnenblumenöls kommt aus der Ukraine

Fragt man bei der Rewe Markt GmbH nach, verweist deren Pressesprecher Thomas Bonrath auf ein Statement des Bundesverbands des Deutschen Lebensmittelhandels e.V. (BVLH). Darin heißt es: „Der Ukraine-Krieg verstärkt den Preisauftrieb bei Energie, Agrarrohstoffen und Betriebsmitteln wie Dünger.“ Denn tatsächlich sei die Ukraine ein wichtiger Rohstofflieferant vor allem für Weizen oder Ölsaaten, insbesondere von Speiserohölen wie Sonnenblumenöl. Die Brotweizen-Versorgung in Deutschland sei zwar nicht gefährdet, doch das Sonnenblumenöl komme zu 51 Prozent aus dem Land.

„Gerade für Geringverdiener sind die Preissteigerungen für Lebensmittel eine große Herausforderung.“ – Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels

„Wenn durch den russischen Überfall ein so wichtiger Rohstofflieferant ausfällt, kann das sicher nicht lange ohne Auswirkungen auf die Märkte blieben“, teilt der BVLH mit. Noch liegen dem Handelsverband aber noch keine Informationen dazu vor, dass es eine flächendeckende Unterversorgung mit Sonnenblumenöl gebe, auch nicht bei anderen Lebensmittelprodukten oder Gütern des täglichen Bedarfs. Wie sich die Situation in den einzelnen Geschäften ist und wie die künftige Entwicklung sein wird, darüber könne der BVLH aber keine Vorhersagen treffen.

Auch die Frage, ob in Folge des Russland-Ukraine-Kriegs die Preise für Lebensmittel steigen werden, könne man nicht beantworten. „Preisverhandlungen finden zwischen Handelsunternehmen und ihren Lieferanten statt.“ Jedoch würden Ökonomen davon ausgehen, dass Nahrungsmitteln weiter teurer würden. „Gerade für Geringverdiener sind die Preissteigerungen für Lebensmittel eine große Herausforderung.“

Auswirkungen schwer absehbar

Bei Aldi merke man bereits, dass mehr Pflanzenöle gekauft würden: „Wir verzeichnen aktuell in unseren Filialen eine erhöhte Nachfrage insbesondere nach Sonnenblumenöl sowie Rapsöl und Olivenöl“, teilt Aldi Süd-Sprecherin Anamaria Inden auf Merkurist-Anfrage mit. Das Unternehmen stehe in engem Kontakt mit seinen Lieferanten, „um frühzeitig auf weitere Entwicklungen reagieren zu können“. Perspektivisch sei aber schwer absehbar, wie die Auswirkungen sein werden. „Seit der Corona-Pandemie sind die globalen Märkte sehr dynamisch, insbesondere die Situation auf dem Rohstoffmarkt, aber auch in der globalen Logistik“, so Inden. Daher könne man heute noch nicht verlässlich sagen, inwieweit einzelne Rohstoffe verfügbar sind und sich dadurch das Sortiment in den kommenden Wochen und Monaten verändern wird.

Die Kunden werden daher gebeten, Waren nur in haushaltsüblichen Mengen einzukaufen. „Bei größeren Nachfragen behalten wir uns wie immer vor, die Abgabemenge pro Kunde vorübergehend einzuschränken.“ Auch der BVLH bittet die Menschen, sich „untereinander solidarisch zu verhalten und Produkte nur in haushaltsüblichen Mengen einzukaufen“. Denn Produktionsmengen und Lieferlogistik der gesamten Lebensmittelkette seien auf diese Größenordnung ausgerichtet.

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