Mit Haaren die Meere reinigen: Mainzer Friseurin sammelt für nachhaltige Initiative

Mit abgeschnittenen Haaren helfen, Meere, Flüsse und Seen zu reinigen: Diese Idee verfolgt ein Friseursalon in Mainz-Hechtsheim.

Mit Haaren die Meere reinigen: Mainzer Friseurin sammelt für nachhaltige Initiative

Jeden Tag landen säckeweise abgeschnittene Haare in den Friseursalons im Müll. Bei Julia Singer, Inhaberin von „Julia‘s HairZstück“ in Mainz-Hechtsheim, treten sie jedoch eine andere Reise an. Als Partnersalon der Initiative „Hair Help the Oceans“ will die Mainzerin dabei helfen, einen Beitrag gegen die Verschmutzung der Gewässer zu leisten.

Statt die Haare ihrer Kunden zu entsorgen, werden sie gesammelt und dann an „Hair Help the Oceans“ weitergeleitet. Die Initiative nutzt die Haare dann nach eigenen Aussagen als „natürliches Reinigungsmittel gegen Verschmutzungen“. Der Vorteil an Haaren sei ihre Eigenschaft, viel Fett aufzusaugen und diese Funktion auch nach dem Schneiden nicht zu verlieren, so die Initiative. Damit könnten sie Öle, Treibstoffreste und Sonnenmilch aus dem Wasser filtern. Demnach könne ein Kilogramm Haar bis zu acht Kilogramm Öl aus dem Wasser filtern. Außerdem können die Filter bis zu achtmal wiederverwendet werden.

Haarfilter für Seen, Meere und Flüsse

Die Haarfilter würden weltweit in Seen und Gewässern eingesetzt, vor Industriegebieten und an Küsten. Laut „Hair Help the Oceans“ seien sie 2019 auch vor Mauritius genutzt worden, um das verlorene Öl eines gesunkenen Frachters aus dem Meer zu filtern. Künftig will die Initiative auch mit deutschen Unternehmen zusammenarbeiten, um überall dort Gewässer zu reinigen, wo Benzin oder Motoröl ausgelaufen ist, wo Boote ankern und tanken sowie an Badestränden.

„Ich finde es super, dass es so eine Aktion gibt und es ist mir eine Herzensangelegenheit sie zu unterstützen“, sagt Julia Singer. Allein in ihrem Salon fallen in der Woche zwischen 60 bis 120 Liter Haare an, die sie jeden Tag in einer Kiste sammelt bis diese voll ist für den Versand. „Unser Beitrag ist so einfach“, so Singer.

Julia Singers Ziel ist es, so nachhaltig wie möglich zu werden. Neben den gesammelten Haaren gibt sie daher auch Alufolie zur Wiederverwertung ab. „Wir machen sehr viel Balayage wie Strähnen im Salon und verwenden dadurch sehr viel Alufolie“, berichtet sie. Daher sei ihr wichtig, dass sie sowohl recycelte Alufolie verwendet und die benutzte auch wieder recycelt wird. Auch hier sammelt sie die Folien in einer speziellen Kiste, die anschließend an die Herstellerfirma geschickt wird. Zudem verwendet sie Pflegeprodukte von Firmen, die nachhaltige Initiativen unterstützen.

„Ich hoffe, in Zukunft gibt es noch weitere Firmen, die nachhaltig etwas anbieten. Das möchte ich gerne mit meinem Team unterstützen“, so Singer. „Das Konsumverhalten verändert sich – und damit auch die Anforderungen an den gesamten Beautymarkt.“

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