Am Gutenbergplatz 2 in Mainz, neben dem Eiscafé „Dolomiti“, eröffnet am 25. April eine „Vegane Fleischerei“. Zuvor war hier der Herrenausstatter „Monsieur C.O. Reuter“. Anstelle von Bratwurst und Steak gibt es in der „veganen Fleischerei“ Alternativen die „KeineBratwurst“ oder „KeinSteak“ heißen – denn der Imbiss bietet ausschließlich pflanzliche Produkte an. Das Geschäft in Mainz ist die achte Filiale einer Gastronomie-Kette mit Sitz in Dresden. Im Gespräch mit Merkurist erzählen die Inhaber der Mainzer Filiale, Julia und Christian Rubin, von ihrem neuen Geschäft.
Was verkauft die „vegane Fleischerei“?
Das Motto des Unternehmens lautet: „Friends not Food“. Gegenüber Merkurist erklärt Julia Rubin ihr künftiges Sortiment so: „Viele Menschen sind mit Fleisch aufgewachsen und mögen den Geschmack, haben aber keinen Bock, dass dafür Tiere leiden. Die vegane Fleischerei bietet den Geschmack von früher, aber auf pflanzlicher Basis“.
Der Laden biete vieles, was ein klassischer Metzger anbieten würde, nur eben in veganen Varianten. Dazu zählen zum Beispiel Bratwurst, Brotaufstriche und Salami – aber auch Steaks und Schnitzel. Die Produkte basieren auf verschiedenen pflanzlichen Inhaltsstoffen wie Rapsöl oder Seitan. Laut der Website des Unternehmens wird ein großerteil der Produkte in der hauseigenen Manufaktur hergestellt.
Zur Eröffnung am 25. April soll es laut Ehepaar Rubin verschiedene Gewinnspiele wie ein Glücksrad mit Aktionsangeboten und Rabatten geben.
Wer steckt hinter der veganen Fleischerei?
Christian und Julia Rubin sind die Inhaber der zukünftigen Mainzer Filiale. Da ihre drei Söhne mittlerweile ausgezogen seien, war laut Rubin die Zeit reif für ein gemeinsames Projekt. Aufmerksam auf das Franchisunternehmen wurde sie über einen Post der Kölner Filiale auf Instagram. Die 51-Jährige habe sich direkt gedacht: „Das ist unser Ding“ und den Kontakt mit dem Dresdner Unternehmen gesucht.
Beide Inhaber sind nach eigener Aussage „teilzeitvegan“ und würden versuchen, „immer veganer“ zu werden. Am Anfang der Ernährungsumstellung stand eine „vegane Woche“ die Rubin aus gesundheitlichen Gründen einlegte. „Vegane Ernährung ist viel leckerer und einfacher als ich dachte“, sagt sie rückblickend. Außerdem sei es nicht nur gut für die Tiere sondern, auch viel besser für die Gesundheit als Fleischprodukte.
Geschäft für Veganer und Nicht-Veganer
Die „vegane Fleischerei“ richte sich an vegane Kunden sowie an alle, die einfach nur neugierig sind, wie ein veganes Steak oder eine vegane Bratwurst schmeckt. Die Inhaber wollen mit ihrem Geschäft einen einfachen Zugang zum veganen Lebensstil schaffen und eine Möglichkeit, sich in das „vegane Leben reinzufuttern“. Kritikern der „veganen Fleischerei“ rät das Ehepaar Rubin einfach, vorbeizukommen und die Produkte zu probieren. „Das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass es euch schmeckt“, so Rubin.
Der in Mainz eher untypische Begriff „Fleischerei“ stammt aus Ostdeutschland und ist dort geläufiger als das hier verwendete Wort Metzgerei. Da die erste Filiale der Kette in Dresden gegründet wurde, wurde der Name „vegane Fleischerei“ auch für die neuen Standorte übernommen. Diese befinden sich außer in Dresden in München, Berlin, Augsburg, Hamburg, Köln und Stuttgart. Die Filiale in Mainz ist somit die erste im Rhein-Main-Gebiet.