Wo das neue Gutenberg-Museum gebaut werden könnte

Nach zwei Jahren und zahlreichen Sitzungen präsentiert die „Arbeitswerkstatt Modernisierung Gutenberg-Museum“ ihre Empfehlung an den Stadtrat. 23 Standorte standen zur Diskussion - nun sind zwei übrig geblieben.

Wo das neue Gutenberg-Museum gebaut werden könnte

Umbau oder Anbau? Neubau und wenn ja, wo? Die Zukunft des Gutenberg-Museums sorgte bereits für einigen Gesprächsstoff unter den Mainzern. Ein früher Entwurf, der sogenannte Bibel- oder Letternturm, hatte zu teils heftigen Diskussionen geführt und wurde in einem Bürgerentscheid im April 2018 schließlich abgelehnt. Einen Monat später beauftragte der Stadtrat die „Arbeitswerkstatt Modernisierung Gutenberg-Museum“, die am 26. Juni 2018 erstmals zu einer Sitzung zusammenkam. Zwei Jahre und 19 Sitzungen später präsentierte Baudezernentin Marianne Grosse (SPD) am Freitagvormittag gemeinsam mit anderen Mitarbeitern der Arbeitswerkstatt eine Empfehlung an den Stadtrat.

Neubau am alten Standort

Der für viele Mainzer wohl interessanteste Punkt ist der Standort des neuen Gutenberg-Museums. „Wir hatten 23 Orte in der Diskussion“, erklärte Grosse. Nach einer detaillierten Analyse seien davon zwei übrig geblieben: das Allianzhaus in der Großen Bleiche und der aktuelle Standort am Marktplatz, die beide gleich viele Vor- und Nachteile bedeutet hätten.

Die Entscheidung, am jetzigen Ort zu bleiben, sei auf Wunsch ansässiger Händler, sowie Einschätzungen von Tourismusverbänden entstanden. „Wir hätten mit beiden Standorten leben können, aber was Shops angeht, ist die Altstadt besser“, so Zvjezdana Cordier, Geschäftsführerin der Gutenberg Stiftung. Wie genau der Neubau aussehen wird, steht noch nicht fest, der umstrittene Bauabschnitt F mit den Platanen soll allerdings unbebaut bleiben.

Befriedung der Bürgerschaft

Neben der Freude über die inhaltlichen Fortschritte zeigten sich alle Beteiligten glücklich über die gute Zusammenarbeit und zunehmend entspannte Atmosphäre in der Arbeitswerkstatt. Baudezernentin Grosse lobte die „konstruktive, vertrauensvolle Arbeit“.

Sie sei „froh über die Befriedung der Stadtgesellschaft“, erklärte Museumsdirektorin Annette Ludwig bezogen auf die Heftigkeit, mit der die Diskussion über die Zukunft des Museums vor zwei Jahren geführt wurde. „Gutenberg ist ein Alleinstellungsmerkmal, um das uns viele Städte und Museen, auch international, beneiden.“ Für Stadt und Bürger bedeute das Museum eine gesteigerte Lebensqualität und einen Imagegewinn, besonders im Bezug auf das Coronavirus und die damit verbundenen Schwierigkeiten der Geschäfte und Händler vor Ort.

Private Stiftung und Kostenprognose

Das vom Stuttgarter Büro Brückner und dem Museum erarbeitete Szenografiekonzept soll weiterhin die Basis für die inhaltliche Entwicklung des Gutenberg-Museums bilden. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die künftige Ausführung der Trägerschaft als Stiftung privaten Rechts, einer sogenannten Zuwenderstiftung.

„Dieser Schritt ermöglicht uns, größere Partner und damit viele Mittel zu erreichen, gerade im Blick auf Erhaltungs- und Unterhaltungskosten“, erklärte Zvjezdana Cordier, von der Gutenberg Stiftung. „Zudem ist Gutenberg eine zu große Persönlichkeit, um sie in einem Amt abzubilden.“ Die Kosten für das Projekt belaufen sich laut Baudezernentin Grosse auf 71 Millionen Euro und sollen die Grundlage für den weiteren Projektlauf bilden.

Einen Zeitplan für das weitere Vorgehen konnten die Beteiligten noch nicht absehen. Nur eine dauerhafte Schließung des Museums wollte Direktorin Ludwig ausschließen: „Wir haben uns schon Gedanken gemacht, wie der Betrieb weitergehen kann.“ Sie und ihre Mitarbeiter hätten bereits viele Ideen, die nun, da die Rahmenbedingungen fest stehen, konkret werden könnten. (df)

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