Abriss: Was es mit dem „Geisterhaus“ in der Finther Landstraße auf sich hatte

Dicht an der Gonsenheimer Grenze zum Stadtteil Finthen stand vor einigen Jahren noch ein Gebäude, das viele als „Geisterhaus“ bezeichneten. Welche Geschichte hinter dem Haus steckt und warum sich manche vor dem Ort gruselten.

Abriss: Was es mit dem „Geisterhaus“ in der Finther Landstraße auf sich hatte

Früher soll es hier sehr unheimlich zugegangen und die Nachbarn sogar „verängstigt“ gewesen sein: Bereits vor einigen Jahren berichtete Merkurist über das „Geisterhaus“ in der Finther Landstraße. Bei dem Gebäude handelte es sich um ein kleines Einfamilienhaus mit wild wucherndem Garten.

Bereits damals soll es aber schon seit rund 30 Jahren ein Ruinendasein nahe der Gonsenheimer Grenze zu Finthen geführt und „Lost Place“-Fans angelockt haben. Obwohl es von der Hauptstraße aus zu sehen war, fiel das Gebäude mit der Hausnummer 95 am Stadtteilrand nicht sonderlich auf. Inzwischen ist das Gebäude jedoch abgerissen worden und das Grundstück unbebaut.

Doch welche Geschichte steckt hinter dem ehemaligen „Geisterhaus“? Merkurist hat sich noch einmal auf Spurensuche begeben und endlich Antworten erhalten. Während jüngere Anwohner nichts über das ehemalige Gebäude wissen, konnte ein älterer, alteingesessener Nachbar Licht ins Dunkel bringen.

Das sorgte für den „Geisterhaus“-Faktor

So habe der Anwohner seine Informationen aus einem Gespräch mit der Tochter der ehemaligen Besitzer erhalten. Demnach hätten nach dem Tod der Eltern deren drei Kinder das Haus geerbt. „Allerdings kam es dann zum Streit um das Haus zwischen den dreien“, erklärt der Anwohner. Während dann die Tochter zu Gunsten ihrer zwei Brüder auf das Haus verzichtet habe, ließen es die Brüder schließlich abreißen. Dies habe gerade einmal zwei Wochen gedauert, erinnert sich der Anwohner.

Den „Geisterhaus“-Faktor könne man wohl damit erklären, dass die Fenster und Türen mit Brettern verriegelt gewesen seien, man aber trotzdem immer wieder Licht im Innern sehen konnte. „Das waren zum großen Teil Obdachlose, die dort Unterschlupf gesucht, oder auch Sprayer, die Graffiti hinterlassen haben“, erklärt der Nachbar. Nach dem Abriss sei es aber still um das Grundstück geworden.

Grundstück bald wieder bebaut?

Laut der Website einer Mainzer Immobilien-Firma liegt für das vollerschlossene und sofort verfügbare Grundstück mit fast 1500 Quadratmetern eine Baugenehmigung für vier große Doppelhaushälften vor. Ganz günstig ist das Areal allerdings nicht zu haben. Aktuell sind für das Grundstück 1.490.000 Euro aufgerufen. Hinzu kommt noch eine Maklergebühr von fast drei Prozent.

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