10 Jahre Planung: Kosten für neue Schule in Mainz mehr als verdoppelt

Seit zehn Jahren wird eine neue Grundschule in Mainz-Laubenheim geplant. Der Bau verzögert sich immer weiter, die Kosten werden immer teurer. Indes werden die Kinder seit 2021 in Containern unterrichtet.

10 Jahre Planung: Kosten für neue Schule in Mainz mehr als verdoppelt

Zehn Jahre ist es her, dass für eine neue Grundschule in Mainz-Laubenheim die ersten Entwürfe vorgelegt wurden. Doch passiert ist seitdem wenig. Denn immer noch gibt es keine Baugenehmigung für das dringend benötigte Gebäude. Die kalkulierten Kosten haben sich in der Zwischenzeit verdoppelt.

So teilte die Stadtverwaltung auf eine Anfrage der FDP-Fraktion im Juni mit, dass der Baubeginn erneut ungewiss sei. Für die Schüler bedeutet das: weiterhin Unterricht in einer provisorischen Container-Schule, und das seit mehreren Jahren schon.

Baubeginn weiter ungewiss

Obwohl die Stadtverwaltung noch im November 2025 einen Baustart für das erste Quartal 2026 in Aussicht gestellt hatte, ist auf dem Gelände bislang nichts passiert. Auf Merkurist-Anfrage teilt die Stadt nun mit, dass der Baubeginn für die neue Grundschule und die Sporthalle „im Anschluss an die finale Genehmigungs- und Planungsphase“ vorgesehen sei. Ziel sei weiterhin ein Start der Maßnahmen in diesem Jahr. Doch eine Baugenehmigung liege nach wie vor nicht vor. Ohne diese könnten die darin enthaltene Auflagen nicht eingearbeitet werden. Das verzögere den Baustart weiter.

Stattdessen befinde sich das Projekt derzeit in der sogenannten Ausführungsplanung. „Das Planungsteam nutzt die derzeitige Phase für weitergehende Optimierungen im Rahmen der Werkplanung“, so die Pressestelle der Stadt weiter. So müssten „Nebenbestimmungen, Auflagen und gegebenenfalls erforderlichen Korrekturen“ eingearbeitet werden. Sobald die Genehmigung erteilt ist, rechne man mit einer Bauzeit von drei Jahren.

Kosten auf 35,6 Millionen Euro verdoppelt

Während die ursprüngliche Planung von 17 Millionen Euro Kosten ausging, liegt die aktuellste Kostenberechnung von Oktober 2025 bei 35,6 Millionen Euro – mehr als das Doppelte.

In dieser Summe sind die Kosten für die Übergangslösung nicht einmal enthalten. Seit März 2021 werden die Kinder in einer Container-Schule unterrichtet. Damals hieß es noch, dass die Schule drei Jahre später fertiggestellt sein sollte. Die Miete dafür beläuft sich laut Stadtverwaltung bislang auf fast 3,5 Millionen Euro. Die aktuelle Genehmigung für die Container laufe im Juni 2028 aus, könne aber bei Bedarf verlängert werden, wenn ein entsprechender Bedarf nachgewiesen sei.

Ein „äußerst komplexes“ Vorhaben

Die Stadt begründet die jahrelangen Verzögerungen mit der hohen Komplexität des Vorhabens, wie Baudezernent Ludwig Holle in der Antwort auf die FDP-Anfrage mitteilt. Weitere Verzögerungen seien durch „finale Abstimmungen zwischen Architektur, Tragwerk, Haustechnik, Brandschutz und Schulbetrieb sowie durch Genehmigungsfragen“ entstanden. Die ersten Pläne aus dem Jahr 2016 waren zudem auf Widerstand bei Anwohnern gestoßen und mussten überarbeitet werden. So werde etwa die ursprünglich als Zweifeldhalle geplante Sporthalle statt 22 mal 45 Meter nun nur 22 mal 26 Meter groß.

Auch nachträgliche Planänderungen, etwa für eine größere Mensa wegen des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung, hätten Zeit gekostet. Demnach soll der neue Speiseraum rund 140 Quadratmeter groß werden. Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) habe die neuen Planungen bereits im Juli 2025 genehmigt.

Der Neubau in Laubenheim ist wegen steigender Schülerzahlen dringend notwendig. Geplant ist eine vierzügige Grundschule für bis zu 384 Schüler. Sie soll unter anderem 16 Klassenräume, zusätzliche Ganztagsräume, die Mensa und die Sporthalle umfassen.