Wann kommt die „intelligente Ampelschaltung“?

Was wurde aus den Plänen der Stadt Mainz, die Ampelschaltung „intelligenter“ zu machen? Wir haben mit dem neuen Leiter des Stadtplanungsamtes, Axel Strobach, gesprochen.

Wann kommt die „intelligente Ampelschaltung“?

Grüne statt roter Welle: Seit etwa einem Jahr sind die Pläne der Stadt bekannt, die Ampelschaltung in Mainz zu verbessern. Detektoren sollen Daten in einen zentralen Verkehrsrechner einspeisen, der dann die Rot- und Grünphasen steuert. Die „intelligente Ampelschaltung“ könnte so auf Baustellen und Unfälle reagieren.

Stadt-Pressesprecher Ralf Peterhanwahr sagte im vergangenen Herbst, dass die Vorschläge 2019 oder 2020 umgesetzt werden sollen. Ziel der Maßnahmen ist es, den Stop-and-Go-Verkehr in Mainz zu verringern. Doch wie weit sind die Pläne mittlerweile?

Aktueller Stand

Axel Strobach ist seit diesem Monat Leiter des Stadtplanungsamtes, zuvor war er bereits der stellvertretende Leiter. Gegenüber Merkurist sagt er, dass die Umsetzung des Projekts weiterhin laufe. „Die erste Frage ist natürlich immer: Für wen soll die Ampelschaltung intelligent sein?“ Für einen Radfahrer sei die „intelligente Ampelschaltung“ eine andere als für den Autofahrer oder den ÖPNV.

Dabei spiele das Thema Vorrecht für Busse und Bahnen immer eine Rolle, auf der anderen Seite das Thema „grüne Welle“ für Autofahrer und Radfahrer. Für letztere solle es gerade in den äußeren Stadtteilen öfter die Möglichkeit geben, mit Tastern das Grün anzufordern und es auch schneller zu bekommen.

6 Millionen Euro zur Verfügung

„Wir haben einen Verkehrsrechner, der schon sehr viel kann“, sagt Strobach. Das derzeitige Problem sei eher: Ein intelligenter Zentralrechner hilft noch nicht, wenn die einzelnen Ampeln teilweise noch alte Hardware und Software haben. Deshalb müssen an den einzelnen Ampeln nun die intelligenteren Schaltkästen eingebaut werden.

Außerdem will die Stadt die Messtechnik ausbauen, indem Zählschleifen in den Boden eingesetzt werden, die dann messen können, wie viele Autos sich auf den Straßen befinden. Die „intelligente Ampelschaltung“ könnte mit diesen Daten „sekundengenau“ auf die jeweilige Verkehrsbelastung reagieren, so Strobach.

Dank des Bundesförderprogramms „Green City“ habe man weitere Mittel in Höhe von sechs Millionen Euro für die nächsten zwei Jahre zur Verfügung. „Das Ganze lässt sich nicht über Nacht machen“, sagt Strobach. „Aber in den nächsten zwei Jahren werden wir auf diesem Gebiet – im Rahmen unserer personellen Möglichkeiten – sehr, sehr viel machen.“

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