Gründerpreis für Mainzer Zahnärztin: Das plant sie am Hauptbahnhof

Eine Mainzer Zahnärztin gewinnt einen Gründerpreis für ihre geplante Praxis am Hauptbahnhof. Sie will sich auf Menschen mit Autismus spezialisieren und entwickelt sogar eigene Zahnpasta.

Gründerpreis für Mainzer Zahnärztin: Das plant sie am Hauptbahnhof

Die Mainzer Kinderzahnärztin Dr. Sabrina Reitz hat beim 10. Mainzer Gründergrillen den Hauptpreis des Abends erhalten. Mit ihrem Konzept, das eine inklusive Zahnarztpraxis mit der Entwicklung eigener Produkte verbindet, überzeugte sie die Besucher und erhielt die meisten Stimmen des Publikums.

Im Mittelpunkt ihres Konzepts steht eine neue Zahnarztpraxis, die derzeit am Alicenplatz 6 in der Nähe des Mainzer Hauptbahnhofs entsteht. Auf rund 500 Quadratmetern sind acht Behandlungszimmer geplant. Ein besonderer Fokus soll dabei auf der Versorgung von Menschen mit Autismus, ADHS, Down-Syndrom und anderen Beeinträchtigungen liegen.

Dafür sind unter anderem sensorisch angepasste Behandlungsräume, visuelle Kommunikationshilfen und barrierefreie Strukturen vorgesehen. „Viele Menschen erleben noch immer Hürden beim Zahnarztbesuch. Mein Ziel ist es, eine Praxis zu schaffen, in der sich alle Menschen willkommen fühlen und die bestmögliche Versorgung erhalten können, unabhängig von ihren individuellen Voraussetzungen“, erklärt Dr. Reitz. Die Eröffnung ist für Herbst 2026 geplant.

Von der Praxis zur Produktentwicklung

Die Vision der Zahnärztin geht jedoch über die klassische Praxisgründung hinaus. Außer ihrer Praxistätigkeit arbeitet sie an Produkten für eine barrierefreie und nachhaltige Mundgesundheit. Dazu zählen Hilfsmittel für Menschen mit besonderen Bedürfnissen sowie umweltfreundliche Zahnpflegekonzepte.

Aktuell entwickelt Dr. Reitz außerdem eine neue Zahnpasta für Kinder. Diese richtet sich vor allem an Kinder mit sensorischen Besonderheiten, etwa aus dem Autismus-Spektrum, für die herkömmliche Zahnpasten wegen Geschmack, Konsistenz oder Schaumbildung oft eine Herausforderung sind. „Prävention beginnt nicht erst in der Zahnarztpraxis. Sie beginnt jeden Morgen zu Hause im Badezimmer“, so die Gründerin.

Außergewöhnlicher Werdegang

Die Auszeichnung würdigt auch den besonderen Karriereweg der Mainzerin. Dr. Reitz begann ihre Laufbahn als Zahnmedizinische Fachangestellte und studierte später ohne klassisches Abitur Zahnmedizin an der Universitätsmedizin Mainz, wo sie auch promovierte.

Zusätzlich hat sie ein Leadership-Programm an der Harvard School of Dental Medicine absolviert. Sie engagiert sich ehrenamtlich bei „Armut und Gesundheit“ sowie als Landeskoordinatorin für die Special Olympics in Rheinland-Pfalz, wo sie sich für die Mundgesundheit von Menschen mit geistiger Beeinträchtigung einsetzt.