Schwarzarbeit: Durchsuchungen in Mainz

Auch Wohnungen in Worms durchsucht

Schwarzarbeit: Durchsuchungen in Mainz

Großkontrolle unter anderem in Mainz: Die Staatsanwaltschaft Koblenz ermittelt gegen 41 Männer und sieben Frauen (21 bis 67 Jahre alt) in mehreren Bundesländern. Gegen sie liegt der Verdacht des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt vor. Zudem werden sie des gewerbsmäßigen Betruges sowie der Beihilfe zum gewerbsmäßigen Betruges verdächtigt.

24 Beschuldigte sind verdächtig, teilweise seit 2017 gewerbsmäßig mit sogenannten Servicefirmen im Rhein-Main-Gebiet Abdeckrechnungen in großem Umfang erstellt zu haben. Dadurch sollen sie es ihren Auftraggebern ermöglicht haben, Schwarzarbeit in der Baubranche zu verschleiern und zu finanzieren. Sie sollen angebliche Subunternehmerarbeiten nur vorgetäuscht haben. Die Rechnungsempfänger konnten diese fingierten Leistungen wiederum als Betriebsausgaben verbuchen. Dadurch sollen erhebliche Bargeldbeträge zur Verfügung gestanden haben, um Schwarzarbeit zu bezahlen. Der Gesamtschaden soll etwa 15 Millionen Euro betragen.

Bei den übrigen 24 Beschuldigten handelt es sich um die Käufer der Abdeckrechnungen. Sie stehen in Verdacht, als Geschäftsführer oder Inhaber ihrer Unternehmen in Mainz, Worms, Ludwigshafen, Frankfurt am Main, Sachsen und Niedersachsen Bauaufträge teilweise mit Schwarzarbeit ausgeführt und sich große Wettbewerbsvorteile gegenüber redlichen Unternehmen verschafft zu haben.

In den frühen Morgenstunden des 28. Juli durchsuchten etwa 450 Einsatzkräfte des Zolls und der Steuerfahndung 50 Wohnungen und Geschäftsräume in Mainz und Worms, im Landkreis Hameln-Pyrmont, in Hessen, Baden-Württemberg, Hamburg und Sachsen. Dabei konnte umfangreiches Beweismaterial sichergestellt werden. Außerdem wurden die Bankkonten der beteiligten Firmen gepfändet und beträchtliche Vermögenswerte gesichert.

Gegen insgesamt fünf Beschuldigte serbischer, slowenischer und deutscher Staatsangehörigkeit, darunter drei Betreiber der Servicefirmen und zwei Rechnungskäufer, wurden Haftbefehle vollstreckt. Sie wurden heute der zuständigen Ermittlungsrichterin vorgeführt, die die Haftbefehle aufrechterhielt und in Vollzug setzte. Die Beschuldigten befinden sich nun in Rheinland-Pfalz in Untersuchungshaft.

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