Dramatische Moment in einem Hotel am Mainzer Zollhafen: Am Freitagvormittag gegen 10 Uhr sind offenbar Hilfeschreie zu hören. Wenig später werden eine getötete und eine schwerverletzte Person im Hotel gefunden. Die schwerverletzte Person ist inzwischen ebenfalls gestorben. Laut Polizei handelt es sich um eine Frau und einen Mann.
Merkurist hatte am Freitag Gelegenheit, mit zwei Hotelgästen zu sprechen, die während des Vorfalls vor Ort waren. Karl Johan Andersson (46) und seine Frau Johanna (43) kommen aus Uppsala in Schweden. Gemeinsam mit ihren drei Kindern (16, 14 und 12) machen sie gerade Urlaub und waren für eine Nacht im Zollhafen-Hotel eingebucht.
Gerüchte um Person mit Messer
Gegen 9:30 Uhr begann die Familie im Erdgeschoss ihr Frühstück. Wenig später seien Lärm und Schreie aus dem ersten Stockwerk zu hören gewesen, wie sie berichten. Als die Kinder nachsehen wollten, seien sie weggeschickt worden. Wer genau sie abgewiesen habe, wissen sie nicht.
Dann seien plötzlich erste Polizisten in Zivil in das Hotel gekommen, wie sie hätten sehen können. Die Beamten hätten ihnen später verboten, nach oben in den ersten Stock zu gehen. Zunächst hörten sie jedoch nur von verschiedenen Personen, dass jemand mit einem Messer im Hotel unterwegs sei, berichtet Familie Andersson ihre Erlebnisse. Die besagte Person mit dem Messer habe die Familie jedoch nicht sehen können.
Anschließend seien noch mehr Polizisten am Hotel eingetroffen. Sie hätten immer mehr Montur getragen. Ungehindert habe die Familie das Hotel dann verlassen können.
Von der Mauer der Kunsthalle aus hätten sie das Geschehen dann weiter beobachtet. Einsatzkräfte hätten die Anderssons dann darauf hingewiesen, dass die Hotelzimmer direkt über dem Hotelrestaurant im ersten Stock betroffen seien. Sie wiesen auf zwei Fenster im ersten Stock an der kurzen Hotelseite ganz links.
Später sei ein Notfallseelsorger zu ihnen gekommen, der seine Hilfe angeboten habe. Wie es für Familie Andersson nun weitergeht, ist noch unklar. Stand Freitagmittag müssen sie noch die Zeit überbrücken, bis der Einsatz beendet wird und sie wieder an ihr Gepäck im Hotel gelangen können.
Das Gespräch mit den Anderssons führte Merkurist-Redakteurin Anna C. Huber.
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