Diese 7 Fastnachter sind absolute Legenden

Die sieben Legenden, die wir euch in diesem Artikel vorstellen möchten, haben ihre Spuren nicht nur in der Mainzer Fastnacht hinterlassen. Viele von ihnen sind weit über die Stadtgrenzen von Mainz hinaus bekannt.

Diese 7 Fastnachter sind absolute Legenden

Rotzfreches Duo, Rosenmontagskind oder Redner mit Kultstatus: Die Mainzer Fastnacht hat etliche Legenden hervorgebracht. Sieben von ihnen stellen wir Euch in diesem Artikel ein bisschen genauer vor.

Fraa Babbisch und Fraa Struwwelich

Als „Fraa Babbisch und Fraa Struwwelich“ legten Otto Dürr und Georg Berresheim zwischen den 50er- und 80er-Jahren vielbeachtete Auftritte in der Mainzer Fastnacht hin. Als Ur-Mainzer Putzfrauen machten sie Witze über das alltägliche Leben der Mainzer. Auch ihr Lied „Ja, wir lebe von de annern Leut' ihrm Dreck“ gilt bis heute als Fastnachtsklassiker. Berühmtheit erlangte das Duo allerdings nicht nur auf den Bühnen der Mainzer Fastnacht. Auch in Unterhaltungsshows wie „Der goldene Schuß“, „Dalli Dalli“ oder „Zum Blauen Bock“ traten Dürr und Berresheim als Babbisch und Struwwelich auf.

Martin Mundo

Mit dem Lied „Heile, heile Gänsje“ schuf der Mainzer Volksdichter und Fastnachter Martin Mundo 1929 ein Stück Mainzer Kultur. Im Leben jenseits der Fastnachtsbühnen verdiente er sein Geld als Weinhändler und Likörfabrikant. Als die Nationalsozialisten Institutionen, Vereinigungen und Medien in Deutschland gleichschalteten, hielt Mundo weiterhin kritische Fastnachtsvorträge - verglich den Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Hermann Göring, in einer Rede mit einem Hering.

Bereits ein Jahr zuvor hatten die Nazis ihre Muskeln spielen lassen: An Aschermittwoch 1935 ließ Gauleiter Jakob Sprenger Mundo und andere Fastnachter in einem Mainzer Hotel verhaften. Später lud er die Fastnachter zu einem Aschermittwoch-Frühstück ein. Die Inhaftierung sei nur ein Scherz gewesen, behauptete Sprenger anschließend. Mundo starb 1941 im Alter von 59 Jahren.

Ernst Neger

Martin Mundos „Heile, heile Gänsje“ spielte auch im Leben von Ernst Neger eine prägende Rolle. Mit diesem sowie vielen anderen Fastnachtsliedern wurde Neger bekannt als „singender Dachdeckermeister“. Gemeinsam mit dem blinden Komponisten Toni Hämmerle bildete er ein legendäres Duo. Hämmerle lieferte Hits wie „Auf einmal ist man fünfzig“ oder „Humba Täterä“.

Letztgenannter Song sorgte 1964 für einen kleinen Eklat: Als Neger den Song vortrug, feierte das Publikum der Fernsehfastnachtssitzung so ausgelassen dazu, dass die TV-Übertragung eine Stunde länger als geplant dauerte. Am 15. Januar 1989 starb Ernst Neger in Mainz, einen Tag nach seinem 80. Geburtstag. Enkel Thomas führt das Vermächtnis des Großvaters fort - als Fastnachtsstar und als Dachdeckermeister.

Margit Sponheimer

Würde man es böse mit ihr meinen, könnte man behaupten: Margit Sponheimers Karriere fußt auf einer Lüge. Denn anders als sie es in ihrem wohl bekanntesten Hit „Am Rosenmontag“ singt, ist sie überhaupt nicht an einem Rosenmontag geboren. Der fand in ihrem Geburtsjahr 1943 nämlich erst am 8. März statt - einen Monat und einen Tag nach Sponheimers Geburt.

Weil dem „Margitsche“ aber niemand böse sein kann, liebt man sie auch weit über die Stadtgrenzen von Mainz hinaus für ihre lebensfrohe Art und Hits wie „Gell, du hast mich gelle gern“ oder „Wähle 06131“. Auch in diesem Jahr trat sie in der Fernsehfastnachtssitzung „Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht“ auf und feierte dort ihren närrischen 7 x 11. Geburtstag (wir berichteten). Einen Tag später gab sie bekannt, dass sie nicht mehr in der Fastnacht auftreten werde.

Herbert Bonewitz

Er wird als einer der talentiertesten und prägendsten Redner der Mainzer Fernsehfastnacht in Erinnerung bleiben – Herbert Bonewitz. Mit Charisma und Wortwitz brachte er ganz Deutschland zum Lachen. Seine bekanntesten Bühnenfiguren: „Dr. Ödipus Meisenspinner“ und „Prinz Bibi“. Mit intelligenten Wortwitzen wurde Bonewitz zu einem Star der Mainzer Fernsehfastnacht. Gerne teilte er dabei auch gegen hochrangige Politiker kräftig aus.

Legendär war sein Auftritt in der Fernsehsitzung 2005, zum 50-jährigen Jubiläum von „Mainz bleibt Mainz“. Bonewitz kehrte zurück auf die Fastnachtsbühne, von der er sich lange zuvor verabschiedet hatte, teilte kräftig aus und verabschiedete sich doch versöhnlich. Im April 2019 starb Bonewitz im Alter von 85 Jahren.

Rolf Braun

25 Jahre Sitzungspräsident, insgesamt 35 Jahre in der Fernsehfastnacht - Rolf Braun gehörte zu den ganz Großen der Mainzer Fastnacht. Im zivilen Leben außerhalb der Fastnacht arbeitete er in der rheinland-pfälzischen Staatskanzlei, war unter anderem Redenschreiber für Dr. Helmut Kohl.

Das unverkennbare Merkmal des Kastelers war die dunkle Hornbrille, dazu die laute, unüberhörbare Stimme. Im Juli 2006 starb Braun im Alter von 77 Jahren. In den Jahren zuvor hatte er sich nach einem Schlaganfall bereits weitestgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

Wer sind für Euch die Legenden der Mainzer Fastnacht? Schreibt es uns in die Kommentare! (df)

Logo