Nach Messerattacke: Tatverdächtiger vor Gericht

Sicherungsverfahren wegen versuchten Totschlags

Nach Messerattacke: Tatverdächtiger vor Gericht

Nach dem Messerangriff auf einen Motorradfahrer und zwei weitere Personen im März vor dem Allianz-Haus steht nun das Verfahren gegen den Tatverdächtigen bevor. Am Montag, 16. September, verhandelt das Schwurgericht am Mainzer Landgericht den Fall. Vorgeworfen wird dem Mann versuchter Totschlag (wir berichteten).

Bei dem Prozess handelt es sich jedoch nicht um ein Strafverfahren, sondern um ein sogenanntes Sicherungsverfahren. Diese Verfahrensart wird gewählt, wenn der Tatverdächtige als schuldunfähig oder verhandlungsunfähig gilt, statt einer Freiheitsstrafe aber beispielsweise eine Unterbringung in der Psychiatrie oder der Sicherungsverwahrung in Frage kommt. Darüber wird dann im Sicherungsverfahren verhandelt.

Angriff im März

Der zur Tatzeit 25-Jährige aus Somalia soll am 18. März dieses Jahres an der Ecke Flachsmarktstraße und Große Bleiche mit Messern bewaffnet auf drei Personen losgegangen sein. Dabei habe er sich, so die Staatsanwaltschaft in ihrer Antragsschrift, „im Zustand der Schuldunfähigkeit aufgrund einer psychischen Erkrankung“ befunden.

Mit zwei Messern, eines davon mit einer Klingenlänge von 20 Zentimetern, das andere mit einer Klingenlänge von 10 Zentimetern, soll er erst einen Motorradfahrer daran gehindert haben, weiterzufahren. Dann griff er ihn laut Staatsanwaltschaft in Tötungsabsicht an. Der Motorradfahrer flüchtete daraufhin in ein Lokal.

Der Tatverdächtige soll noch zwei weitere Passanten „in Tötungsabsicht“ angegriffen haben. Beide konnten fliehen oder sich zur Wehr setzen. Währenddessen reagierte der Mann nicht, wenn er angesprochen wurde. Zeugen konnten den Tatverdächtigen schließlich überwältigen und entwaffnen. Er wurde nach der Tat in ein psychiatrisches Krankenhaus gebracht. Laut Staatsanwaltschaft ist er in Deutschland vorher nicht strafrechtlich aufgefallen.

Das Verfahren beginnt am Montag, 16. September, um 9 Uhr in Saal 201 vor der 1. Strafkammer. Fortgesetzt wird der Prozess nach aktuellem Stand am 18., 20. und 30. September um jeweils 9 Uhr im selben Verhandlungssaal. (rk)

Logo