Diese Mainzer Restaurants löschen die meisten Rezensionen

Seit Kurzem macht Google in Deutschland transparent, wie viele Bewertungen ein Unternehmen aufgrund von Diffamierung entfernen lässt. Diese Gastronomien in Mainz lassen besonders häufig Rezensionen verschwinden.

Diese Mainzer Restaurants löschen die meisten Rezensionen

Wer sich bei Google Maps über ein Unternehmen informiert oder ein Restaurant in Mainz sucht, dem wird künftig ein neuer Hinweis angezeigt. Wie Google mitteilt, wird nun bei Unternehmensprofilen in Deutschland eingeblendet, falls dort Bewertungen aufgrund von Diffamierungsvorwürfen entfernt wurden.

Was der Transparenz-Hinweis für Mainz bedeutet

Mit diesem Schritt will der Konzern für mehr Transparenz sorgen, da es in Deutschland eine hohe Anzahl solcher Entfernungsanträge gebe. Rezensionen werden von Google nicht überprüft, weshalb Unternehmen ihre Gesamtbewertung durch viele Lösch-Anträge verfälschen könnten. Die Gesamtzahl der entfernten Bewertungen wird als Spanne angezeigt, zum Beispiel „11 bis 20 Bewertungen“. Die Zählung umfasst dabei nur Löschungen aus den vergangenen 365 Tagen, die auf zulässige Beschwerden wegen Diffamierung nach deutschem Recht zurückzuführen sind.

Merkurist hat die meisten der 164 Gastronomien in der Mainzer Innenstadt überprüft und herausgefunden, wo besonders häufig Bewertungen gelöscht wurden. Es handelt sich um eine Auswahl an Restaurants, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit stellt. Alle Angaben sind auf dem Stand vom 27. April 2026 und öffentlich auf Google Maps einsehbar. Mindestens 42 Gastronomien ließen in Mainz Rezensionen entfernen.

100 oder mehr gelöschte Rezensionen

Die meisten Rezensionen lässt das „Café Extrablatt“ löschen. An beiden Standorten in Mainz hat die deutsche Gastronomiekette über 250 Rezensionen entfernen lassen. Am Marktplatz ist damit mindestens jede fünfte Rezension gelöscht worden, während am Schillerplatz mindestens 10 Prozent der Bewertungen verschwunden sind. Ebenfalls an der Spitze ist das „Brauhaus zur Sonne“ in der Altstadt. Zwischen 201 und 250 Kundenbewertungen wurden entfernt – mindestens jede fünfte und höchstens jede vierte Sternebewertung fehlt damit.

Auffällig ist auch „Günay’s Café“ im Bleichenviertel. Zwischen 151 und 200 Bewertungen wurden hier auf Bitte des Inhabers gelöscht. Prozentual ein höherer Anteil als bei Café Extrablatt, nämlich zwischen 21 bis 26 Prozent der Kundenbewertungen – demnach verschwinden bis zu ein Viertel der Rezensionen. Beim „Augustinerkeller“ in der Altstadt fehlen zwar ebenfalls 151 bis 200 Bewertungen, was aufgrund der hohen Gesamtzahl von Rückmeldungen jedoch nur 10 bis 12 Prozent entspricht.

Zuletzt befinden sich unter den Spitzenreiter der entfernten Rezensionen nach absoluter Anzahl das „Quartier Mayence“ und der „Berliner Gemüse Kebap 2“ am Mainzer Hauptbahnhof mit jeweils 51 bis 100 Löschungen. Im „Quartier“ wurden elf bis 19 Prozent der Rezensionen gemeldet während es beim „Berliner Gemüse Kebap“ sogar jede fünfte und bis zu einem Drittel aller Rezensionen als Diffamierung gemeldet wurden.

Auffällige Anteile gelöschter Bewertungen

Anteilig wurden die meisten Bewertungen bei „heimat-mainz“ gelöscht: nach 21 bis 50 entfernten Rückmeldungen bleiben nur noch 32 Rezensionen übrig – ein Lösch-Anteil von 40 bis 61 Prozent. Der hohe Prozentsatz ist auch der niedrigen Anzahl an Bewertungen insgesamt zu schulden. So auch bei „Ozias“, wo nach 21 bis 50 Löschungen noch 71 Bewertungen übrig bleiben und eine Gesamtwertung von 4,3 Sternen ergeben. Somit tauchen 23 bis 41 Prozent der Rezensionen nicht auf.

In die Kategorie wenig Bewertungen aber hohe Beanstandungsquote fällt auch „Kebabchi Mainz“. Insgesamt 63 Bewertungen bleiben stehen nachdem 11 bis 20 entfernt wurden, also maximal rund 24 Prozent der Rezensionen. Außerdem hierzu zu zählen ist „La Oliva Mainz City“. Die Pizzeria in der Großen Langgasse ließ zwischen 11 bis 20 Sternebewertungen löschen, was jeweils 11 bis 18 Prozent aller Kundenrezensionen entspricht. Insgesamt mehr, aber vom Anteil her weit unter 10 Prozent, Rezensionen wurden beim älteren Standort von „La Oliva Mainz“ Am Gonsenheimer Spieß entfernt.

Dreistellig aber ebenso mit hoher Löschquote ist „Thai Express“ in der Römerpassage. Mindestens rund 17 Prozent und bis zu 33 Prozent, also rund einem Drittel, aller Bewertungen wurden gelöscht. Übrig bleiben 105 Rezensionen und eine Gesamtwertung von 4,6 Sternen auf Google Maps.

Ebenfalls auffällig wenige Google-Bewertungen bleiben bei „Corfu Mainz“ übrig. Bei 21 bis 50 erfolgreichen Einsprüchen wurden 13 bis 27 Prozent der Rückmeldungen entfernt – also am oberen Ende mehr als jede Vierte. Knapp unter 25 Prozent gelöschte Bewertungen (23,58 Prozent) weist das „Maxim Restaurant“ am Neubrunnenplatz maximal auf. Bei 51 bis 100 entfernten Beiträgen kamen hier mindestens 14 Prozent der Rezensionen weg.

Restliche Entfernungen

Bis zu 100 Entfernungen, aber mit vergleichsweise geringem Anteil gemessen am Gesamt-Volumen, weisen außerdem der „Chidoba Mexican Grill“ am Münsterplatz (7 bis 12 Prozent) und „die Waffel“ zwischen Neubrunnenplatz und Römerpassage (6 bis 8 Prozent) auf. Zwischen 51 und 100 Rezensionen wurden hier jeweils einkassiert.

Beim Rest der 14 Restaurants mit bis zu 50 Löschungen liegt der Anteil an der Gesamtzahl der Rezensionen immer weit unter zehn Prozent. Ausnahmen hiervon mit jeweils rund 13 Prozent am oberen Ende sind „Haus des Döners“, „Via Monte Mainz“ und das vietnamesische Restaurant „Mr. Le“. Von der Anzahl gering, aber anteilig ein kleiner Ausreißer ist der „Lotus Garten“ in der Holzstraße, bei dem zwischen 11 und 20 Rezensionen, also mindestens sieben Prozent und höchstens 12 Prozent, gelöscht wurden.

Die letzten elf Restaurants ließen lediglich sechs bis zehn Rezensionen aufgrund von Diffamierung löschen, was einem verschwindend geringen Anteil aller Bewertungen entspricht.

Hintergrund

Das deutsche Recht ermöglicht es Unternehmen, die Entfernung von unwahren Tatsachenbehauptungen oder sachlich nicht gerechtfertigten Meinungen zu verlangen, die dem geschäftlichen Ansehen schaden könnten. Laut Google haben deutsche Gerichte die Hürden für Firmen, Bewertungen als diffamierend anzufechten, niedrig angesetzt.

Bewertungen seien jedoch wichtig, damit Menschen fundierte Entscheidungen treffen können, so Google. Rezensionen, die aus anderen rechtlichen Gründen oder wegen Richtlinienverstößen entfernt wurden, sind nicht im Transparenz-Hinweis aufgezählt. Auf das Ranking des Unternehmensprofils in der Google-Suche oder bei Google Maps hat der Hinweis nach Angaben des Konzerns keinen Einfluss.