Mainzer Wohnbau droht Rechtsstreit mit Telekom

Die Wohnbau Mainz wirft der Deutschen Telekom vor, den Glasfaserausbau in ihren Häusern auszubremsen. Ein juristischer Streit droht.

Mainzer Wohnbau droht Rechtsstreit mit Telekom

Ist der Glasfaserausbau in den Häusern der Wohnbau Mainz gefährdet? Wie das Unternehmen mitteilt, hat die Deutsche Telekom angekündigt, rechtlich gegen den weiteren Ausbau vorzugehen. Zudem lehne die Telekom derzeit Verhandlungen ab.

Nach eigenen Angaben hatte die Wohnbau Mainz bereits zahlreiche Gebäude mit modernen Glasfaserinfrastrukturen erschlossen, und das gemeinsam mit Vodafone und OXG. Doch nun würde das Projekt ins Stocken geraten.

Streit um Leitungen vom Keller in die Wohnung

Während die Hausanschlüsse in vielen Häusern bereits fertiggestellt seien, fehlten noch die finalen Arbeiten innerhalb der Gebäude. Die Wohnbau Mainz hatte geplant, eine größere Anzahl von Wohnungen mit Glasfaserinternet auszustatten, ohne mit den Mietern Vorverträge abzuschließen. Das sei mit der Stadt Mainz zuvor abgestimmt worden.

Nun gehe die Telekom juristisch gegen dieses Projekt vor, erklärt Wohnbau-Geschäftsführer Roman Becker. „Das ist aus unserer Sicht weder im Sinne der Mieter noch im Sinne eines fairen Wettbewerbs“, so Becker. Demnach betreffe der Konflikt die Leitungen vom Keller bis in die Wohnungen, die sogenannte Netzebene 4.

Wie die Pressesprecherin der Wohnbau gegenüber Merkurist mitteilt, berufe sich die Telekom darauf, dass sie ein Erschließungsrecht von Gebäuden mit Glasfaseranschlüssen habe, das ihr gesetzlich zustehe. Die Wohnbau sagt jedoch, dass dies „unzumutbar“ sei: „Zum einen besteht bereits ein Ausbauvertrag, Teile des Bestands sind schon erschlossen und wir bezweifeln die ernsthaften Ausbauabsichten der Telekom“, so die Pressesprecherin weiter. Außerdem würde seit einem Jahr ein Prozess beim Landgericht anhängen.

Wohnbau fordert „konstruktive Zusammenarbeit“

Die Wohnbau habe vor allem Interesse daran, den Ausbau „technologieoffen und zügig“ voranzutreiben. Bereits erfolgte Investitionen und abgestimmte Pläne würden nun unnötig verzögert. Inzwischen habe das Unternehmen Gespräche mit Vodafone und OXG geplant, um Lösungen zu finden. Die Telekom zeige sich jedoch aktuell nicht gesprächsbereit.

„Wir erwarten, dass alle beteiligten Telekommunikationsunternehmen konstruktiv zusammenarbeiten“, so Becker weiter. Eine rechtliche Auseinandersetzung könne „kein langfristiger Weg sein“. Die Wohnbau Mainz will die Situation weiter beobachten und stehe im Austausch mit der Stadtverwaltung.