Tourismus-Zahlen brechen drastisch ein

NGG: „Beispiellose Krise im heimischen Gastgewerbe“

Tourismus-Zahlen brechen drastisch ein

Bis Ende Juni 2020 haben rund 145.000 Touristen Mainz besucht. Damit brachen die Tourismus-Zahlen im Vergleich zum Vorjahr drastisch ein. Insgesamt sind 51 Prozent weniger Gäste in der Stadt gewesen. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit und beruft sich auf Zahlen des Statistischen Landesamtes. Die Zahl der Übernachtungen sank ebenfalls - um 49 Prozent auf etwa 224.000 (Beherbergungsbetriebe ohne Campingplätze).

„Die Pandemie hat zu einer beispiellosen Krise im heimischen Gastgewerbe geführt. Erst mussten Hotels, Pensionen, Kneipen und Restaurants über viele Wochen ganz schließen. Und nach dem Lockdown läuft der Betrieb unter Auflagen nur langsam wieder an“, sagt Guido Noll, Geschäftsführer der NGG-Region Darmstadt und Mainz. „Die Folgen sind auch für Köche, Kellner und Hotelangestellte dramatisch. Als Kurzarbeiter mussten sie deutliche Lohneinbußen in Kauf nehmen – in einer Branche, die ohnehin nur geringe Löhne zahlt.“ Nach dieser „Durststrecke“ blickten viele Beschäftigte nun mit Sorge auf die Herbst- und Wintersaison, so Noll weiter. Nach Angaben der Arbeitsagentur beschäftigt das Hotel- und Gaststättengewerbe in Mainz rund 6400 Menschen.

Die Kurzarbeit habe allerdings einen massiven Anstieg der Arbeitslosigkeit verhindern können. „Die Gewerkschaften haben sich in Berlin seit Beginn der Pandemie für das Kurzarbeitergeld stark gemacht und auch durchgesetzt, dass es bis Ende nächsten Jahres verlängert wird. So kommen Beschäftigte und Betriebe besser durch diese schwere Zeit“, sagt Noll. „Am Ende steht fest: Jeder Kurzarbeiter ist ein möglicher Arbeitsloser weniger.“

Die Gewerkschaft appelliert nun an die Unternehmen, die Kurzarbeit für die Qualifizierung ihrer Mitarbeiter zu nutzen. „Wer wegen Corona nicht arbeiten kann, sollte die Möglichkeit einer beruflichen Weiterbildung bekommen. Das ist ein Beitrag gegen den Fachkräftemangel, der in Hotels und Restaurants unabhängig von der Pandemie eklatant ist“, so Noll. Zudem müssten Beschäftigte auch im Gastgewerbe für die Digitalisierung fit gemacht werden.

Nach Rheinland-Pfalz kamen insgesamt rund 1,9 Millionen Gäste (minus 53 Prozent). Die Zahl der Übernachtungen ging landesweit um 49 Prozent auf rund 5,1 Millionen zurück. (pk)

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