Gaga oder genial? RLP-Impfwerbung sorgt für Diskussionen

So eine Impf-Werbung hat es bisher noch nicht gegeben: Das Landesgesundheitsministerium wirbt mit Filmplakaten für die Impfung. Die Reaktionen sind nicht nur positiv.

Gaga oder genial? RLP-Impfwerbung sorgt für Diskussionen

„Impfiana Jones“, „Der Herr der Impfung“, „Die Impfkönigin“ – wer sich zuletzt den Twitter-Kanal des rheinland-pfälzischen Ministeriums für Wissenschaft und Gesundheit angesehen hat, könnte leicht irritiert worden sein. Das Ministerium versucht mit abgewandelten Filmplakaten, für Impfungen gegen Corona und Influenza zu werben. Die Reaktionen: eher kritisch.

Die Kampagne begann am 18. Oktober mit einer „Game of Thrones“-Anspielung: „Impfung is coming“. Der Ursprungstweet ist aber wegen „technischer Probleme“ nicht mehr einsehbar, wie das Ministerium unter einem Screenshot schreibt. Doch Kritik ist auch unter dem Screenshot zu finden: „Mit solch einem ernsten Thema wie ‘Impfen’ macht man keine so alberne ‘Satire’“, schreibt ein User. „Vollkommen geschmacklos“ findet es ein anderer. Auch bei den späteren Filmplakaten kommt Kritik auf.

Doch warum die Kampagne? Auf Merkurist-Anfrage teilt eine Sprecherin mit: „Klassische Impfaufrufe – so unsere Erfahrung – verfangen weniger als noch vor einem Jahr. Dennoch müssen wir die Impfquote steigern.“ Mit den „satirisch-humoristischen Anspielungen auf bekannte Serien und Filme“ wolle man einen neuen Weg gehen und Zielgruppen erreichen, die man auf anderem Wege nicht erreicht hätte.

Sprecherin: Reaktionen auf Kampagne „gemischt“

Was viele User aber kritisieren: Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die vierte Impfung in erster Linie Menschen über 60. Die Filmplakate würden jedoch eher Jüngere ansprechen. Die Sprecherin sagt: „Unsere Reihe richtet sich nicht ausschließlich an Menschen über 60 Jahren. Mit Blick auf die zweite Auffrischungsimpfung empfiehlt die STIKO etwa auch Personen im Alter ab 12 Jahren eine solche Impfung.“ Darunter zählen etwa Menschen mit erhöhtem Risiko für schwere COVID-19-Verläufe infolge einer Grunderkrankung, medizinisches Personal, Bewohner in Einrichtungen der Pflege und Personen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf . Außerdem könnten Ärzte nach Rücksprache mit den Patienten eine zweite Auffrischungsimpfung für sinnvoll halten und unabhängig von der STIKO-Empfehlung verabreichen.

Die Reaktionen auf die Werbung bezeichnet die Sprecherin als „gemischt“. Außer den Kommentaren seien die Zahlen der Likes und Shares wichtige Indikatoren. „Die große Reichweite und die hohen Zahlen an Likes und Shares werten wir als positives Signal. Die Reihe wird so lange fortgesetzt, wie wir Ideen haben.“

Probleme mit dem Marken- oder Urheberrecht sieht das Ministerium nicht. Zudem sei auch keine Agentur engagiert worden. „Die Ideen sind in der Pressestelle entstanden und umgesetzt worden. Somit sind keine zusätzlichen Kosten entstanden.“

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