Corona-Herbst: Lauterbach stellt sieben Maßnahmen vor

Bundesgesundheitsminister stellt Pläne für Schulen, Pflegeheime und Tests vor.

Corona-Herbst: Lauterbach stellt sieben Maßnahmen vor

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat sieben Maßnahmen vorgestellt, mit denen das Infektionsgeschehen im Herbst eingedämmt werden soll. Wie Lauterbach bei einer Pressekonferenz am Freitag sagte, erwarte er in diesem Herbst zwar keine Normalität, aber weniger Einschränkungen als in den Jahren zuvor. Konkret nannte Lauterbach sieben Maßnahmen:

  • Impfkampagne: Derzeit sei die Bundesregierung in engem Austausch mit den Impfstoffherstellern. Sowohl Biontech als auch Moderna wollen für den Herbst angepasste Impfstoffe auf den Markt bringen. Derzeit liefen Vertragsgespräche mit beiden Herstellern. Ab September sollen dann drei verschiedene Impfstoffe angeboten werden: die klassischen Wuhan-Impfstoffe, den angepassten Biontech-Impfstoff und den angepassten Moderna-Impfstoff. Wie Lauterbach sagt, wolle man dann die Impflücken schließen, allerdings keinen Versuch mehr für eine allgemeine Impfpflicht unternehmen.

  • Testkonzept: Aktuell verhandele man die weitere Finanzierung der Bürgertests. Bald soll ein genaues Konzept vorgestellt werden, wie getestet werden soll. Zudem soll die Qualität der Bürgertests verbessert werden.

  • Arzneimittel: Laut Lauterbach gibt es bereits Medikamente gegen Covid, die belegterweise wirken, doch würden diese noch zu selten eingesetzt. Dabei nannte er exemplarisch Paxlovid von Pfizer. Der Expertenrat der Bundesregierung soll nun ein Konzept vorlegen, wie die Arzneimittel noch schneller und häufiger eingesetzt werden können.

  • Schutz von vulnerablen Gruppen: In Alten- und Pflegeheimen soll es künftig klare Zuständigkeiten für Hygienekonzepte geben, Impfstatus der Bewohner und den Einsatz von Medikamenten geben.

  • Intensivbetten: Der Gesundheitsminister will erreichen, dass zum September tagesaktuell elektronisch die freien und die belegten Betten auf den Intensivstationen und auf den peripheren Stationen angezeigt werden. „Es kann nicht sein, dass wir diese Informationen immer noch händisch und mit großer Verzögerung bekommen“, so Lauterbach.

  • Kitas und Schulen: Schließungen sollen mit „allen Mitteln vermieden“ werden, so Lauterbach. Das Robert-Koch-Institut (RKI) soll dabei mit Impf-, Test- und Hygienekonzepten die Länder unterstützen. Bei der Umsetzung übernehmen die Länder die Verantwortung.

  • Infektionsschutzgesetz reformieren: Das Gesetzt läuft zum 23. September aus. Lauterbach sei dazu aktuell im Austausch mit Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP). Abgewartet werden soll noch das Ergebnis der Maßnahmenevaluation des zuständigen Sachverständigenrats, die zum 30. Juni vorliegen soll. Konkrete Maßnahmen wie Maskenpflicht in Innenräumen nannte Lauterbach nicht.

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