Rekord-Inzidenz: Mehr als 100 Schulen betroffen

Infizierte können nicht mehr persönlich kontaktiert werden

Rekord-Inzidenz: Mehr als 100 Schulen betroffen

Solche Inzidenzzahlen gab es in der Stadt Mainz und im Landkreis Mainz-Bingen noch nie: Mainz hat derzeit die höchste Inzidenz im ganzen Land (840,1), der Landkreis steht bei 674,2 (wir berichteten). „Die höchsten Infektionszahlen haben wir derzeit bei den Unter-20-Jährigen“, sagt Gesundheitsamtsleiter Dr. Dietmar Hoffmann.

Das mache sich auch bei den Infektionsfällen in Schulen und Kitas bemerkbar: „Derzeit sind alleine im Landkreis Mainz-Bingen 60 Schulen betroffen und eine vergleichbare Zahl auch in Mainz“, sagte Hoffmann. Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit des Gesundheitsamtes liege derzeit bei den Einrichtungen der Behandlung und Pflege und den vulnerablen Gruppen. Auch in den Krankenhäusern würden sich die Zahlen langsam niederschlagen: „Die Einweisungen steigen, aber die Zahlen auf den Intensivstationen sind weiterhin stabil.“

Für die 76 Mitarbeiter des Gesundheitsamts bedeute die Entwicklung eine sehr hohe Arbeitsbelastung, noch bis 26. Januar werde man von acht Bundeswehrsoldaten unterstützt. Eine Verlängerung um zwei Wochen sei beantragt. Schon Ende Dezember wurde ein automatisiertes System entwickelt: Infizierte werden bei positivem Test mit einer SMS über die Infektion und alle weiteren Schritte informiert. Zudem gibt es den Zugangscode für einen Berechtigungsschein, den sich Kontaktpersonen herunterladen können, um damit einen kostenlosen PCR-Test zu machen.

„Zurzeit haben wir über 4700 Infizierte im Landkreis und der Stadt Mainz. Das macht es uns leider unmöglich, eine Kontaktnachverfolgung, wie wir sie bisher praktiziert haben, aufrecht zu erhalten“, sagt der für das Gesundheitsamt zuständige Kreisbeigeordnete Erwin Malkmus. „Trotzdem werden alle Infizierten von uns über unser neues Programm per SMS kontaktiert und müssen sich dann entsprechend in Quarantäne begeben. Vordringlich kümmern wir uns jetzt um Altenheime, Kindergärten und Schulen, um das Ausbruchsgeschehen dort einigermaßen im Griff zu halten.“

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