Droht in Mainz ein Hausärztemangel?

In ganz Rheinland-Pfalz wird es in den kommenden Jahren ein Versorgungsproblem mit Hausärzten geben. Denn die Nachfolger fehlen. Wie sieht die Situation in Mainz aus und was wird nun unternommen?

Droht in Mainz ein Hausärztemangel?

In Rheinland-Pfalz werden die Hausärzte knapp, meldet das Gesundheitsministerium. Vor allem in ländlichen Gegenden sei der Versorgungsgrad in den vergangenen Jahren schlechter geworden, einen Rückgang gebe es in fast allen Gebieten.

Grund sei, dass zahlreiche Ärzte in den kommenden Jahren aus ihrem Beruf ausscheiden werden und es nicht genug Nachfolger oder Neueinsteiger gebe. Auch bei der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz (KVRP) schaut man pessimistisch in die Zukunft: „Es ist nicht zu erwarten, dass es genügend Nachfolger/innen gibt“, sagt Pressesprecher Dr. Rainer Saurwein auf Merkurist-Anfrage.

An der Mainzer Universitätsmedizin will man nun dem Trend entgegenwirken: Seit einem Jahr gibt es hier ein Projekt, mit dem zusätzliche Medizinstudienplätze unabhängig von der Abiturnote an Bewerber vergeben werden. Voraussetzung ist, dass man sich nach der Ausbildung als Hausarzt in einem unterversorgten Gebiet niederlässt oder im öffentlichen Gesundheitsdienst arbeitet.

Was bringt eine „Landarztquote“?

Bei der KVRP hingegen hält man nicht viel von einer „Landarztquote“. Prinzipiell befürworte man es, wenn andere Kriterien bei der Vergabe von Medizinstudienplätzen berücksichtigt würden, doch eine Quote sei keine Lösung für den Ärztemangel. Denn das nehme den jungen Menschen die Möglichkeit, später „ein Fachgebiet entsprechend ihrer Ambitionen und Fähigkeiten frei zu wählen“. Die Neigung zu einem Fachgebiet bilde sich meist erst in fortgeschrittenen Semestern. Auch könnten sie später als „Ärzte zweiter Klasse“ stigmatisiert werden. Alternativen seien ein regionales Engagement in Wohlfahrtsverbänden oder eine Berufsausbildung im Gesundheitswesen.

Aktuell gebe es im Planungsbereich Mainz aber keine freien Plätze, noch herrsche hier eine Überversorgung – ebenso wie in Ingelheim und Bingen. Hier liege der Versorgungsgrad laut Gesundheitsministerium zum Beispiel aktuell bei 134,1 Prozent. Der sogenannte Versorgungsgrad zeigt an, ob es genügend Hausärzte in einer Region gibt. Er stellt die Grundlage dafür, ob sich Ärzte in einem bestimmten Gebiet niederlassen können und ob Maßnahmen ergriffen werden müssen, um eine ausreichende Versorgung sicherzustellen. Fällt der Wert auf unter 75 liegt laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) eine Unterversorgung vor. Zum Vergleich: Im Bereich Saarburg (Obermosel) beträgt er 79 Prozent. Das heißt, hier fehlen 16 Hausärzte, genauso in Bitburg. In Neustadt/Weinstraße sind sogar 18 Arztsitze unbesetzt.

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