Ärger um Teich in Bretzenheim

Früher war der Teich am Südring noch ein Naherholungsziel, wie sich ein Leser erinnert. Jetzt erinnere er eher an eine Kloake. Was sagt die zuständige Wohnbau dazu?

Ärger um Teich in Bretzenheim

An den kleinen Teich Am Südring in Bretzenheim erinnert sich Merkurist-Leser Stefan gerne. Hier, bei den Häusern 32 bis 36, habe er früher immer wieder Zeit verbracht. „Bis vor ein paar Jahren war der Teich voll mit Fischen, Fröschen und Fischreihern, es war ein schöner Treffpunkt für die Anwohner.“ Er selbst wohne in der Nähe, habe beim Hundespaziergang oft am Teich Halt gemacht.

Vor rund 25 Jahren sei der Teich angelegt worden, erzählt Stefan. Doch seit etwa vier oder fünf Jahren sei alles anders. „Die Wohnbau hat sich nicht mehr um den Teich gekümmert, weil sie kein Geld mehr investieren wollte. Seitdem verwahrlost er total“, so Stefan.

„Riecht nach Bahnhofstoilette“

Derzeit ähnele der Teich einer Kloake: Statt Fischen und Fröschen finde man nur noch Insekten vor. „Abends ist es unerträglich, die Kinder können kaum rausgehen, ohne gestochen zu werden.“ Denn der Teich solle verlandet, also aufgefüllt werden. Doch weil er noch nicht komplett entwässert ist, ist er derzeit mehr ein Sumpf. „Der Gestank ist furchtbar, ein Duft von Schwefel und Urin liegt in der Luft“, sagt Stefan.

Als Merkurist am Nachmittag zum Südring fährt, stinkt es zwar nicht. Ein Anwohner sagt aber: „Abends riecht es nach Bahnhofstoilette.“ Ansehnlich ist der ehemalige Teich derzeit ohnehin nicht. Was sagt die zuständige Wohnbau dazu?

„Konnten keine Geruchsbelästigung feststellen“

„Aufgrund der aktuell sehr warmen Temperaturen und des geringen Niederschlags sind viele Gewässer in Deutschland einer Extremsituation ausgesetzt“, so Claudia Giese, die Pressesprecherin der Wohnbau Mainz GmbH. „Dies betrifft unter anderem auch die im Snip angesprochene Teichanlage und erklärt das vermehrte Auftreten von Mücken und anderen Insekten.“

Richtig sei, dass die Anlage in Absprache mit dem Umweltamt der Stadt Mainz langsam verlanden soll. Dafür seien im letzten Herbst Pflanzungen und Ansaaten vorgenommen worden, die vom Umweltamt empfohlen wurden und „den natürlichen Verlandungsprozess unterstützen“, so Giese. Mitarbeiter der Wohnbau seien regelmäßig vor Ort und überprüften die Situation. „Eine Geruchsbelästigung konnte bisher nicht festgestellt werden.“

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