Klopp über Mainz: „Das ist immer wie nach Hause kommen“

Seit 14 Jahren ist Jürgen Klopp nicht mehr Coach von Mainz 05, doch an diese prägende Zeit erinnert er sich immer wieder gerne. So auch im Podcast von Arnd Zeigler. Was Klopp über seine Mainz-Zeit erzählte.

Klopp über Mainz: „Das ist immer wie nach Hause kommen“

Als Profitrainer hat Jürgen Klopp bisher nur drei Vereine gecoacht, doch jede der Episoden wurde für ihn und den Verein zur Erfolgsgeschichte. Mit seinem aktuellen Verein FC Liverpool gewann Klopp unter anderem die Champions League und die englische Meisterschaft, 2019 und 2020 wurde er Welttrainer des Jahres. Zuvor gewann er in Dortmund zwei Mal die deutsche Meisterschaft und erreichte 2013 das Champions-League-Finale.

Auch wenn er bei seiner ersten Station Mainz 05 weit entfernt von solchen Titeln war, feierte er auch dort große Erfolge – unter anderem den ersten Aufstieg in die Bundesliga. Mit dem Journalisten Arnd Zeigler sprach er in dessen Podcast „Ball you need is love“ unter anderem über seine ersten Jahre als Mainzer Trainer. An Rosenmontag 2001 hatte Manager Christian Heidel den damaligen Spieler Klopp zum Coach befördert. Damals hatten die Mainzer zwei Punkte Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz. „In Mainz ging es relativ schnell los, dass wir besser wurden“, so Klopp in dem Podcast. „Ich wurde Trainer, als wir praktisch abgestiegen sind, ein Jahr später wären wir fast aufgestiegen.“

Klopp knöpfte sich Studenten vor

Damals sei Mainz noch kein richtiger Verein gewesen. „Christian Heidel war da und Harald Strutz natürlich. Aber Umkleidekabinen: joa. Stadion: joa“, erinnert sich Klopp. Dann begann der Erfolg. „Ich weiß noch, als wir Tabellenführer wurden nach einem Sieg gegen Unterhaching. Da waren 6000 Leute im Stadion. Also echt viel Platz“, so Klopp. „Dann bin ich an die Uni gegangen und habe die Studenten gefragt: Wo wart ihr denn gestern? Was macht ihr denn sonntags? Ich war wirklich etwas sauer. Ich dachte: Hä, wir bieten da drüben klasse Fußball und die Eintrittskarten werden fast verschenkt.“

In den folgenden Jahren habe sich der Verein nach und nach entwickelt. Den ehemaligen Amateurspieler Klaus Drach, der BWL studiert hatte, machte man zum Marketingdirektor. Tobias Sparwasser, der gerade ein Praktikum absolviert hatte, wurde Pressesprecher. „Wir haben uns in dieser Zeit den Verein selber gemacht wie so einen Baukasten“, so Klopp.

„Das ist immer wie Nachhause kommen“

Außerdem erinnerte sich Klopp an eine Ente, die er sich damals gekauft hatte, weil er das Auto unbedingt einmal fahren wollte. Dann habe er gemerkt, dass sein Rücken nicht dafür gemacht sei und das Auto dem Verein geschenkt. „Dann wurde daraus die ‘Fan-te’.“ Mit dem Auto sei er mit Drach und Sparwasser zu einer Fanveranstaltung nach Wiesbaden gefahren, das Dach zurückgerollt. „Und alle drin wussten in dem Moment: So schön wird’s nie wieder. Kein Druck, nur Spaß, einfach das, was wir immer machen wollten – und auch noch für den Fußballverein, den wir alle lieben.“

Wenn er mit alten Weggefährten zusammentreffe, sei es deshalb immer noch etwas besonderes. So auch beim 60. Geburtstag von Christian Heidel auf Mallorca. Klopp sagt: „Das war wie ein Klassentreffen. Und da waren wenige Spieler dabei, sondern hauptsächlich Leute, die für den Verein arbeiten. Das ist immer wie Nachhause kommen.“

Auch die Mannschaft verfolge er weiterhin. „Mainz 05 hat immer einen besonderen Platz in meinem Herzen, in meinen Gedanken. Wenn sie verlieren, fühle ich mich schlechter. Ich mag es nicht so gerne, wenn sie Probleme haben.“

Das ganze Podcast-Gespräch von Jürgen Klopp und Arnd Zeigler findet ihr hier.

Logo