Blutspenden soll für Schwule in Mainz bald einfacher werden

Der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch spricht sich für die geplante Änderung des Transfusionsgesetzes aus. Sie sieht vor, die Spendeerlaubnis vom individuellen Risikoverhalten abhängig zu machen.

Blutspenden soll für Schwule in Mainz bald einfacher werden

Nach Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat sich nun auch der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) dafür ausgesprochen, dass Blutspenden für Schwule einfacher werden solle. Diese Neuerungen beträfen dann auch homosexuelle Mainzer.

Wie die Landesregierung am Mittwoch (11. Januar) meldete, stimmt Hoch Lauterbach in dem Punkt zu, dass sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität künftig keine Ausschluss- oder Rückstellungskriterien für Blutspenden sein sollten. Bisher dürfen homosexuelle Männer nur dann Blut spenden, wenn sie gerade keinen neuen Sexualpartner haben. Ansonsten werden sie für vier Monate zurückgestellt. Auch mehrere Sexualpartner sind ein Grund für eine Rückstellung. Im Gegensatz dazu werden Heterosexuelle nur zurückgestellt, wenn sie „häufig wechselnde“ Sexualpartner haben. Die Ungleichbehandlung wurde vielfach als Diskriminierung kritisiert.

Bisher größere Einschränkungen für Homosexuelle

Lauterbach plant eine zeitnahe Änderung des Transfusionsgesetzes, die dafür sorgen soll, dass statt sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität nur noch das individuelle Risiko-Verhalten eines potenziellen Spenders entscheidet, ob sein Blut für eine Spende infrage kommt. Hoch begrüßt das nachdrücklich: „Ich fordere bereits seit Langem, dass diese Diskriminierung abgeschafft wird. Gut, dass der Bund jetzt handelt. Die bisherige Regelung der Bundesärztekammer ist diskriminierend und die beschlossene Änderung längst überfällig“, erklärt er. Blutspenden rette Leben. Umso wichtiger sei es, dass die Blutspende-Richtlinie niemanden aufgrund seiner sexuellen Orientierung ausgrenze.

Wegen Corona habe die Bereitschaft, Blut zu spenden, signifikant abgenommen. Hoch appelliert darum im Zusammenhang der Diskussion um die Gesetzesänderung auch noch einmal an die Rheinland-Pfälzer: „Gehen Sie Blut spenden, helfen Sie dadurch im Ernstfall anderen.“

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