Noch immer Diskussionen um Verkehrsführung am Pariser Tor

Im Sommer wurde in der Geschwister-Scholl-Straße die Verkehrsführung geändert. Doch noch immer sorgt diese Veränderung für Diskussionen. Auch im Mainzer Stadtrat war die Verkehrsführung zuletzt Thema.

Noch immer Diskussionen um Verkehrsführung am Pariser Tor

Seit dem Sommer gilt am Pariser Tor in der Mainzer Oberstadt eine neue Verkehrsführung. Statt wie früher zwei Linksabbiegespuren auf die B40 gibt es nur noch eine in der Geschwister-Scholl-Straße. Dafür gehen in Richtung Innenstadt nun zwei Spuren nach rechts ab, dazu kommt eine reine Busspur (wir berichteten).

Doch eigentlich ist die Verkehrsführung gar nicht neu, sie wurde nur auf den Stand der frühen 2000er-Jahre zurückgestellt. Damals wurde die Verkehrsführung nämlich wegen des Baus des Hechtsheimer Autobahntunnels verändert. Doch was hat die Veränderung etwas bewirkt? Und kommt es am Pariser Tor nun häufiger zu Staus?

„Ich finde das Grundansinnen der Maßnahme richtig, denn überregionaler Verkehr soll damit aus der Stadt ferngehalten werden.“ - Ortsvorsteher Daniel Köbler

Oberstadt-Ortsvorsteher Daniel Köbler (Grüne) hat die Situation in den vergangenen Wochen verfolgt. Gegenüber Merkurist sagt er: „In den ersten Wochen kam es durchaus zu Umstellungsproblemen und damit verbunden zu Rückstaus.“ Seitdem aber die Ampelschaltung vor Ort auf das veränderte Verkehrsaufkommen angepasst wurde, habe sich nach seiner Auffassung nach die Situation entspannt, so Köbler. Er sagt weiter: „Ich finde das Grundansinnen der Maßnahme richtig, denn überregionaler Verkehr soll damit aus der Stadt ferngehalten werden.“ Und gleichzeitig würde der Verkehr in Richtung Innenstadt schneller vorankommen.

Die Mainzer Polizei hat seit der Umstellung sieben Unfälle (Stand Mitte September) in der Geschwister-Scholl-Straße registriert, erklärt eine Sprecherin. Das spreche für einen leichten Rücklauf der Unfallzahlen - abschließend sei dies aber noch nicht zu bewerten. „Das ist aber nur ein erstes Bauchgefühl. Aussagekräftige Werte haben wir ungefähr erst nach sechs bis zwölf Monaten.“

CDU-Fraktion stellt Anfrage zur Verkehrsführung

Auch in der letzten Sitzung des Mainzer Stadtrates (23. September) war die Verkehrsführung am Pariser Tor Thema. In einer Anfrage der CDU-Fraktion hieß es: „Auf der Geschwister-Scholl-Straße ist durch die Etablierung einer Busspur eine Linksabbiegespur Richtung Pariser Straße weggefallen. Da an dieser Stelle ein hohes Verkehrsaufkommen herrscht, kommt es durch den Eingriff zu massiven Rückstaus, teilweise sogar bis zur Akademie der Wissenschaften.“

Verkehrsdezernentin Katrin Eder (Grüne) antwortete in einem Schreiben: „Die Verwaltung hatte wahrgenommen, dass es in den ersten Tagen mit der neuen Verkehrsregelung mitunter zu längeren Rückstaus kam.“ Unter anderem habe man dabei anhand von Fahrzeugkennzeichen beobachten können, dass eine „beträchtliche Zahl“ von Fahrzeugen Stauumfahrer von der A60 in Richtung Alzey seien. „Dies ist mittlerweile spürbar zurückgegangen, sodass sich in Verbindung mit anderen anzunehmenden Verlagerungseffekten zwischenzeitlich ein überwiegend entspannter Zustand eingestellt hat“, so Eder.

Um die Staus zu beobachten, nutzte die Stadtverwaltung Anfang September sogar eine Kameraüberwachung. Ergebnis seien „nur zwei kurzzeitige Phasen in den Berufsverkehrsspitzen morgens und nachmittags“, so die Verkehrsdezernentin in ihrem Schreiben. Die Phasen hätten jeweils 30 bis 45 Minuten angehalten und sich anschließend schnell wieder abgebaut. Zudem argumentierte Eder, seien Ampelzeiten vor Ort angepasst worden, sodass der Verkehr nun besser fließen könne. (df)

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