Blitzeranlage vor Hechtsheimer Tunnel: So viel Bußgeld nimmt der Staat ein

Wer auf der A60 kurz vor dem Hechtsheimer Tunnel Tempo 80 missachtet, der muss damit rechnen, geblitzt zu werden. Eine festinstallierte Messanlage kontrolliert dort die vorgegebene Geschwindigkeit. Das bringt auch einige Euro in die Staatskasse.

Blitzeranlage vor Hechtsheimer Tunnel: So viel Bußgeld nimmt der Staat ein

Um für mehr Verkehrssicherheit zu sorgen, wurde vor einigen Jahren kurz vor dem Hechtsheimer Tunnel in Fahrtrichtung Bingen eine feste Blitzer-Anlage installiert. Seitdem erfassen dort mehrere Messanlagen die Geschwindigkeit der vorbeifahrenden Autos. Tempo 80 ist an dieser Stelle der A60 erlaubt. Doch auch wenn die Anlage schon mehrere Jahre dort steht, gibt es immer noch etliche Verkehrsteilnehmer, die in diesem Bereich mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs sind. Die Bußgeld-Einnahmen sind dabei beachtlich.

Hunderttausende Verstöße

Die Instandhaltungskosten der stationären Geschwindigkeitsmessanlage sind indes relativ günstig. „Sie belaufen sich auf durchschnittlich 13.000 Euro pro Jahr“, sagt ein Sprecher des rheinland-pfälzischen Innenministeriums auf Anfrage von Merkurist. Die Anzahl der Tempo-Verstöße in den letzten Jahren ist dabei enorm. So gab es laut Auskunft des Innenministeriums im Jahr 2019 mehr als 365.000 registrierte Geschwindigkeitsverstöße. Im Jahr 2020 waren es dann immerhin noch an die 120.000. Und für das laufende Jahr ist ein weiterer Rückgang zu beobachten. Bis zum 30. Juni 2021 sind knapp 37.500 Verstöße registriert worden.

Doch auf wie viel Euro belaufen sich dann die Bußgeld-Einnahmen in den letzten Jahren? Diese Frage kann nicht ganz so einfach beantwortet werden. Aus datenschutzrechtlichen Gründen würden Geschwindigkeitsverstöße, die mit einem Verwarnungsgeld sanktioniert sind, nach Abschluss des Verfahrens nach einem Jahr gelöscht, so der Sprecher des Innenministeriums. In Bezug auf die Höhe der Sanktionen sei daher lediglich eine valide Auswertung für den Zeitraum vom 17. August 2020 bis zum 16. August 2021 möglich. Demnach registrierte die stationäre Anlage im genannten Zeitraum Geschwindigkeitsverstöße in Höhe von 1.518.080 Euro.

Anschläge auf Anlage

Dass die Blitzer-Anlage nicht bei allen Verkehrsteilnehmern gut ankommt, zeigen auch Aktionen, die das Ziel hatten, die Anlage zu beschädigen. Wie der Sprecher mitteilt, seien nach Angaben des Polizeipräsidiums Mainz in diesem Zusammenang zwei Fälle bekannt. So erfolgte im Jahr 2018 eine Manipulation an den Schlössern der Gehäusekästen, eine Öffnung gelang jedoch nicht. Im Jahr 2019 wurden Flaschen gegen die Gehäusekästen geworfen. Dadurch entstanden Lackkratzer, schwerwiegendere Vorfälle gab es bisher aber nicht.

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