Als ein deutscher Kaiser in Mainz heiratete

Mainz spielte in der Geschichte schon häufig eine Rolle. So auch, als vor über 950 Jahren ein deutscher Kaiser in Mainz heiratete.

Als ein deutscher Kaiser in Mainz heiratete

Eine prachtvolle Feier, Gäste aus dem ganzen Reich, die Hochzeit des Jahres: Im Jahr 1114 nach Christus wurde in Mainz die Vermählung von Kaiser Heinrich V. gefeiert - damals ein großes Ereignis in der Stadt.

Zu dieser Zeit war eine Ehe in einem Königshaus mehr Geschäft und wirtschaftlicher Nutzen als eine romantische Verbindung von zwei Personen. Damals wurden durch arrangierte Ehen die Gebiete der Königreiche vergrößert, ihre Macht gesichert. So auch bei dem damaligen Kaiser Heinrich V.

Die zwölfjährige Braut

Er begann bereits Jahre vor seiner Hochzeit mit den Verhandlungen, um eine mögliche Frau für sich zu finden. An Ostern 1110 verlobte er sich mit der damals achtjährigen englischen Prinzessin Mathilde, einer Tochter des englischen Königs Heinrich I. Doch einfach so konnte sie nicht verheiratet werden: Zuvor musste sie in Mainz erst zur römisch-deutschen Königin gekrönt werden. Nur vier Jahre später, am 7. Januar, heiratete die Zwölfjährige in Mainz den Kaiser.

In einer Kaiserchronik aus dem Jahr 1114 n. Chr. heißt es: „Zu dieser Hochzeit strömte eine solche Menge von Erzbischöfen, Bischöfen, Herzögen, Grafen, Äbten und Pröpsten und hochgelehrten Geistlichen zusammen, daß kein Greis dieses Zeitalters sich erinnern ... konnte, ... daß eine so große Schar so bedeutender Großer bei einem Treffen zusammengekommen sei.“ Die Gäste sollen zwar von der prachtvollen Hochzeit in Mainz geschwärmt haben, doch die Feier sei dennoch nicht gut gelaufen: Ein Streit mit einem der anwesenden Fürsten sorgte für eine Festnahme des Grafen Ludwig von Thüringen. Diese soll die Feierlichkeiten getrübt und einige Fürsten gegen den Kaiser aufgebracht haben.

Und auch nach der Hochzeit lief es für das Paar nicht so gut: Ihre Ehe blieb ohne männliche Nachkommen. Ein Problem, weil der Thron damit nicht mehr gesichert war. In einigen Quellen wird jedoch eine Tochter der beiden erwähnt, die später mit einem Grafen verheiratet worden sein soll. Weil aber der männliche Nachkomme fehlte, war Heinrich V. der letzte Kaiser aus seiner Familie. (df)

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