Wegen Corona: Druckerei Adis muss nach fast 50 Jahren schließen

Das ehemals in Gonsenheim und später in Heidesheim beheimatete Unternehmen soll jedoch in neuer Form weiterleben.

Wegen Corona: Druckerei Adis muss nach fast 50 Jahren schließen

Am 1. Mai 1973 gründete Martin Adis seine Druckerei in Mainz-Gonsenheim. Auch wenn sich in der Zwischenzeit der Ort und die Geschäftsführung geändert haben, das Unternehmen blieb bestehen. Bis jetzt: Die Druckerei Adis wurde zum 31. Dezember 2022 aufgelöst, die gesamte Technik verkauft.

Etwa 40 Prozent der Aufträge habe die Druckerei von Kunden aus der Reisebranche erhalten, erzählt Geschäftsführer Thomas Schweizer. Da diese während Corona jedoch komplett zusammengebrochen sei, wären auch die Aufträge der Reisedienstleister auf Null zurückgefallen. „Diesen Umsatz konnten wir nicht mehr auffangen“, so Schweizer.

Auch Kredit konnte nicht helfen

Um durch die schweren Zeiten zu kommen, habe die Druckerei während der Pandemie einen Kredit aufgenommen, den die Stadt Ingelheim mit 50 Prozent bezuschussen wollte – allerdings nur unter der Voraussetzung, dass das Unternehmen weitere zehn Jahre bestehen bleibt. Und dazu habe der Kredit nicht gereicht. Zu gering waren die Umsätze, zu hoch die Fixkosten wie beispielsweise die Miete. Auch, dass sich die Reisebranche im Jahr 2022 langsam wieder erholte, habe die Druckerei nicht mehr retten können.

„Am Ende standen wir vor der Wahl: das Unternehmen gegen die Wand fahren und Insolvenz anmelden, oder das Geschäft auflösen“, sagt Schweizer. Er und Dietmar Butter, der zweite Geschäftsführer, hätten sich ohne Umschweife für die zweite Option entschieden. Die gesamte Technik sei bereits an die Druckerei Kügler in Ingelheim verkauft worden.

Den aufgenommenen Kredit hingegen müsse die Druckerei Adis nun zum größten Teil zurückzahlen. „Wahrscheinlich werden wir dabei am Ende noch Verluste machen“, erzählt Schweizer. Gegenüber der Stadt Ingelheim und ihren Förderbedingungen äußert er sich kritisch. „Eigentlich müsste man mal überprüfen, ob das rechtlich überhaupt so in Ordnung ist“, sagt er.

Ein neuer Anfang

Doch gänzlich aufgeben will Schweizer das Unternehmen Adis nicht. So wolle er als Seniorpartner der Druckerei Kügler in Zukunft den „Druckservice Adis“ leiten und somit weiterhin alte Firmenkunden betreuen. Die Aufträge werde er dann an Kügler weitergeben. Zwischen den beiden Unternehmen entstehe dann eine Art Fusion. „Unsere Kunden halten uns die Treue und das ist alles, was zählt“, so Schweizer.

Auch einige Mitarbeiter der Druckerei Adis wollen Schweizer zum neuen Druckservice begleiten. Einige andere sowie der zweite Geschäftsführer hätten bereits andere Beschäftigungen gefunden. „Adis geht nicht in dem Sinne aus der Welt, sondern bleibt weiter bestehen, unter neuer Fahne sozusagen“, so Schweizer.

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