Im Januar 2025 kamen die Gerüstbauer und hüllten den vorderen Teil des Cavaliers Hauptstein ein. Das Domizil der Mainzer Ranzengarde verschwand unter dicken Plastikplanen. Im Februar 2026 kamen die Gerüstbauer und bauten alles wieder ab. Kurz darauf rückte ein Bagger an und begann die Erde auf dem Dach abzubaggern.
Die Sanierungsarbeiten des Forts begannen 2021. Entfernt wurden die massiven Erdauflagen der Dächer sowie die meterdicken Erdwälle an den Außenwänden des Festungsbauwerkes. Dann wurden Gutachten erstellt, Bäume entfernt und die Ursachen für den zunehmenden Wassereintritt ins Gebäude erforscht. Dabei tauchte auch eine Phosphorgranate aus dem 2. Weltkrieg auf.
Der Kampfmittelräumdienst musste das gesamte Gelände absuchen und kam zu dem Ergebnis: „Die Erdaufschüttung am Maria-Kertell-Platz war eine Schuttablage des 2. Weltkrieges.“ Teil der Sanierungsmaßnahmen ab 2012 war es, einen neuen Rettungsweg, einen barrierefreien Eingang und eine neue Toilettenanlage innerhalb des Walles auf der Westseite herzustellen. Weitere bauliche Maßnahmen konnten erst nach Abschluss dieser Arbeiten in Angriff genommen werden.
Pause war angesagt
Im Oktober 2024 hatte die CDU im Ortsbeirat Hartenberg/Münchfeld nach einer Begehung von Marianne Grosse, damals als Dezernentin noch für Bauen und Denkmalpflege zuständig, wissen wollen, warum sich am Fort Hauptstein nichts mehr tut. In ihrer Antwort erläuterte die SPD-Politikerin am 22. Januar 2025 die Schwierigkeiten der Sanierungsmaßnahmen. Zum Stillstand der Sanierungsarbeiten stellte sie fest: „Es liegen mangelnde Personalkapazitäten aufgrund unerwarteter Langzeiterkrankung vor.“
Feuchteproblematik und Umbauten
Bei der Sanierung greifen die Feuchteproblematik und die Umbauten ineinander. Zu den Umbauten gehört die Herstellung neuer Rettungswege, eine neue Toilettenanlage und die Neugestaltung der Außenanlage. Zu den zeitweiligen personellen Engpässen kommt noch Geldmangel hinzu: Sobald entsprechende Mittel bereitstünden, werde die Neuerstellung der Sanitäranlagen und Zugangswege für den Gebäudeteil im Bereich der westlichen Seite angegangen, heißt es in der Antwort aus dem Dezernat Grosse von 2025.
Geldmangel
Im August 2025, nach acht Monaten Plastikverhüllung des vorderen Teils des Cavalier Hauptstein, erkundigte sich die CDU im Ortsbeirat Ha/Mü erneut nach dem Sachstand der Sanierung. Im März 2026 kam die Antwort - von Ludwig Holle, dem Amtsnachfolger von Grosse. Der CDU-Politiker lässt wissen, die Ende 2025 begonnen Arbeiten würden Anfang 2026 fortgesetzt. Der erste Bauabschnitt zu der neuen Toilettenanlage und dem neuen barrierefreien Eingang könnten aber erst nach Bereitstellung des Budgets durch die Genehmigung des Haushalts 2026 erfolgen.