Mainzer Klimakleber: Muss seine Hand wirklich amputiert werden?

Am Freitag hatte ein Aktivist der „Letzten Generation“ mit seiner Asphalt-Hand für Aufsehen gesorgt. In den sozialen Medien kursierten daraufhin zahlreiche Bilder, Sprüche und Gerüchte.

Mainzer Klimakleber: Muss seine Hand wirklich amputiert werden?

Am Freitag hatte eine Straßenblockade der „Letzten Generation“ auf der Mainzer Alicenbrücke für Aufsehen und bei einigen auch für Unmut gesorgt. Insbesondere um einen 38-jährigen Aktivisten aus Mannheim bot sich ein skurriles Schauspiel, das am Wochenende für zahlreiche Memes, Social-Media-Beiträge und Gerüchte sorgte. Stimmt es wirklich, dass seine Hand nun amputiert werden muss?

Mit Sand und Kleber hatte der Aktivist seine Hand so fest an der Fahrbahndecke befestigt, dass diese schließlich mit schwerem Gerät aufgebrochen werden musste, um den Mann von der Straße zu lösen. Die Bilder des Aktivisten mit einem Stück Asphalt an der Hand verbreiteten sich daraufhin in den sozialen Medien. Besonders auf Twitter und Reddit kursierten Memes und Sprüche, in denen Nutzer sich belustigt über den Vorfall äußerten. „Da hat die @PolizeiMainz ganze Arbeit geleistet und ihm ein Andenken beschert, von dem er noch seinen Enkeln erzählen kann“, schreibt einer. „Der Teerminator“, „Edward mit den schweren Händen“ oder „Eine klebende Legende“, witzelten andere.

Gerüchte um Handamputation auf Twitter

Ein Beitrag auf Twitter klingt jedoch ernstzunehmender. Darin heißt es: „Straßenbauer mussten extra kommen, um seine Hand zu befreien, ein Stück des Steins ist noch an seiner Hand, wie man sieht, und Ärzte sagen, die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass man die Hand amputieren muss. Ob es das wirklich wert war?“

Stimmen die Amputationsgerüchte? Merkurist hat bei einer Sprecherin der „Letzten Generation“ in Mainz nachgefragt. Diese zeigte sich bei der Frage sichtlich belustigt. „Als ich am Freitagnachmittag mit ihm telefoniert habe, war der Asphalt schon wieder ab und die Hand noch dran“, sagt sie. Auch Verletzungen hätte der Aktivist nicht davongetragen. Eine Amputation ist also nicht in Sicht.

Ob das Aufbrechen und die anschließende Reparatur der Straße dem 38-Jährigen in Rechnung gestellt werden kann, werde laut Aussage der Mainzer Polizei gerade geprüft. Die Straßenblockade und die anschließende Befreiungsaktion hatten am Freitag für erhebliche Verkehrsbehinderungen gesorgt. Vier Aktivisten hatten sich auf der Fahrbahn festgeklebt, zwei weitere saßen ohne Klebemittel auf der Straße, um im Notfall den Weg für Rettungsfahrzeuge freimachen zu können.

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