Stadt Mainz reagiert auf „Gabenzaun“ an Stadtbücherei

Der Vorbau an der Mainzer Stadtbücherei, wo wohnungslose Menschen häufiger Unterschlupf gefunden haben, wurde vor kurzem vergittert. Ein Team um den Mainzer Arzt Gerhard Trabert machte aus dem Gitter einen „Gabenzaun“. Was sagt die Stadt dazu?

Stadt Mainz reagiert auf „Gabenzaun“ an Stadtbücherei

Wohnungslose können sich hier nicht mehr aufhalten: Seit Freitag ist der überdachte Vorbau an der Mainzer Stadtbücherei umzäunt. Der Mainzer Mediziner Gerhard Trabert verurteilte den „Vertreibungszaun“ scharf. „Es ist offensichtlich, dass der Zaun verhindern soll, dass Menschen dort schlafen“, sagte er gegenüber Merkurist. Für Trabert sei dies absolut nicht Ordnung.

Der Mediziner habe erfahren, dass das Gebiet um die Stadtbücherei einem Investmentfonds gehören soll. Dennoch will Trabert wissen, wer diesem Zaunbau von städtischer Seite zugestimmt habe. In der Zwischenzeit haben einige seiner Mitarbeiter und Aktivisten aus dem „Ausgrenzungszaun“ einen „Gabenzaun“ gemacht. Die Idee dahinter sei, Solidarität mit den wohnungslosen Menschen zu zeigen, sagt Trabert. Nun könnten Leute kleine Spenden an den Zaun hängen und so Bedürftige unterstützen.

Doch was sagt die Stadt Mainz zu dem Zaun an der Stadtbücherei? „Der neu errichtete Zaun am Anna-Seghers-Platz ist vom Eigentümer des Gebäudes aufgestellt worden, auf dessen Gelände, und bedurfte auch nicht der Genehmigung einer städtischen oder öffentlichen Stelle“, teilt Bürgermeister Günter Beck (Grüne) mit.

Die Aktion „Gabenzaun“, die sich nun in sehr kurzer Zeit dort etabliert habe, bringe die große Solidarität zum Ausdruck, die die Mainzer gegenüber wohnungslosen Menschen haben. Beck sagt: „Seitens der Stadt spricht nichts gegen die Aktion, gerne kann sie fortgesetzt werden.“

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