Mainzer Winzerin als „beste Jungwinzerin Rheinhessens“ ausgezeichnet

„Beste Jungwinzerin Rheinhessens“ - so darf sich die Mainzer Winzerin Marie-Sophie Flick nun nennen. Das Genussmagazin „Selection“ hat sie und ihr Weingut ausgezeichnet. Was genau sie an ihrer Arbeit schätzt, das hat sie Merkurist erzählt.

Mainzer Winzerin als „beste Jungwinzerin Rheinhessens“ ausgezeichnet

Aus Rheinhessen nach New York, vom Marketing-Job zurück ins Familien-Weingut: Der Karriereweg von Winzerin Marie-Sophie Flick aus Mainz ist eher ungewöhnlich. Dennoch hat sie ihre Liebe zum Wein vor ein paar Jahren wieder entdeckt - und ist damit auch erfolgreich. Sie wurde nun vom Genussmagazin „Selection“ zur „besten Jungwinzerin Rheinhessens“ erklärt.

Als Quereinsteigerin zurück in die Heimat

Eigentlich hatte sich Marie-Sophie Flick schon für einen anderen Karriereweg entschieden - und sich damit von ihrem Familien Weingut „Weingut Krughof“ verabschiedet. „Als ich 2012 von meinem Auslandspraktikum in einer Werbeagentur in New York zurückgekommen bin, habe ich Rheinhessen, das Weingut und die Arbeit in den Weinbergen mit anderen Augen gesehen. Der Abstand war für mich nötig, um wahrzunehmen, wie schön es hier ist und alles noch mehr zu schätzen“, sagt sie gegenüber Merkurist. Als sie während ihres letzten Semesters dann im Weingut mitgearbeitet habe, sei ihr bewusst geworden, wie kreativ auch die Arbeit auf dem Weingut sein kann. „Nachdem ich meinen ersten eigenen Wein gemacht habe, war mir klar, dass das mein Weg und meine Leidenschaft ist.“

Dass sie in ihrem Job gut ist, das zeigt die Auszeichnung als „beste Jungwinzerin Rheinhessens“. Darüber war sie sich selbst zu Beginn allerdings nicht ganz sicher: „Ich wusste nicht, ob ich überhaupt zum Wettbewerb zugelassen werde und habe lange mit mir gehadert mitzumachen“, erzählt die Jungwinzerin. „Dass meine Weine dann derart gut angekommen sind, hat mich riesig gefreut! Gerade kurz vor der Ernte war es eine tolle Bestätigung, dass ich den richtigen Weg gehe und zugleich eine große Motivation, im Herbst nochmal 110 Prozent zu geben.“

Jeden Tag von Mainz nach Bornheim

Doch auch wenn sie für ihre Arbeit in ihre Heimat zurückgekehrt ist - ein bisschen Stadtleben braucht die Winzerin noch: „Ich fahre täglich von Mainz nach Bornheim ins Weingut. Von Bretzenheim aus sind das 30 Kilometer und maximal 20 Minuten - das ist die Zeit, die ich morgens für mich habe und auch nicht missen möchte“, erzählt Marie-Sophie. „Auch abends wieder zurück nach Mainz zu fahren tut mir gut, die Tage sind meistens lang und sobald ich auf der Autobahn bin, habe ich Feierabend!“ Im Herbst bleibt sie aber häufiger im Weingut - ein Grund dafür sind vor allem die Lese, die wegen der hohen Temperaturen oft mitten in der Nacht beginnt. „Da sind die Tage so lang und die Nächte so kurz, dass jede Minute Schlaf Gold wert ist.“

„Als Selbstständige im Weingut arbeitet man in keinem speziellen Bereich. Morgens Büro, mittags Keller. Morgens Weinberg, mittags Verkostung.“ - Marie-Sophie Flick, Winzerin

An ihrer Arbeit auf dem Weingut schätzt sie vor allem die Abwechslung: „Als Selbstständige im Weingut arbeitet man in keinem speziellen Bereich. Morgens Büro, mittags Keller. Morgens Weinberg, mittags Verkostung. Es ist alles super abwechslungsreich und man arbeitet in jedem Schritt des Gesamtprozesses, vom Anbau bis hin zur Vermarktung.“ Auch den Kundenkontakt schätzt sie sehr. „Deren Feedback ist mir besonders wichtig.“

Das nutzt sie auch bei der Herstellung ihrer Weine. Die Winzerin hat aber auch persönliche Favoriten: „Das kommt immer auf den Anlass an, die persönliche Stimmung und auch die Jahreszeit an. Mein aktueller Favorit ist ‘M wie Mademoiselle’, eine Cuvée aus Weißburgunder und Chardonnay, bei der der Chardonnay-Anteil für 13 Monate im Barriquefass gereift ist.“ Ein Glas ihres Weins fasziniert sie immer wieder: „Dieser Wein hat super viel Tiefe, Schmelz und entwickelt sich super! Immer, wenn ich ihn im Glas habe, fasziniert er mich aufs Neue.“ (df)

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