Bald kein Bargeld mehr? Verdi ruft zum Streik der Geldboten auf

Mainz ab Montag betroffen

Bald kein Bargeld mehr? Verdi ruft zum Streik der Geldboten auf

Die Gewerkschaft Verdi hat bundesweit die Geldboten zu Warnstreiks aufgerufen. Grund seien „ergebnisoffenen Tarifverhandlungen“ mit den Arbeitgebern. Wie Merkurist erfuhr, wird auch Mainz betroffen sein.

Zum Streik aufgerufen werden sowohl Angestellte, die mit gepanzerten Fahrzeugen Geldautomaten beliefern, als auch diejenigen, die Bargeld in Geschäfte bringen und abholen. Ebenso aufgerufen werden stationäre Dienste, die etwa die Geldpackungen für den Transport vorbereiten.

Wie Jürgen Jung, Landesbezirksfachbereichsleiter Verkehr und Besondere Dienstleistungen, gegenüber Merkurist mitteilt, werde der Verdi-Landesbezirk Rheinland-Pfalz und Saarland die Mitarbeiter ab Montag zum Streik aufrufen. Bis zu 300 Beschäftigte im Umkreis von Mainz könnten dann ihre Arbeit niederlegen. „Erste Signale deuten auf eine hohe Beteiligung hin“, so Jung. Wie viele Beschäftigte sich tatsächlich am Streik beteiligen werden, werde sich am Montagmorgen zeigen, wenn die ersten Schichten beginnen. In anderen Regionen Deutschlands werden die Beschäftigten schon ab Freitag streiken, schreibt das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Der Streik solle dann zwei bis drei Tage lang dauern, abhängig von den Reaktionen der Arbeitgeber. Anders als der Bundesverband von Verdi, der Bürgern nun empfiehlt, „sich mit ausreichend Bargeld“ zu versorgen, gibt Jung Entwarnung: Vor allem gut frequentierte Geldautomaten, etwa in der Innenstadt, hätten genügend Bargeld für einige Tage. Ein Geldmangel bei kleineren Automaten in den Vororten oder in ländlichen Gegenden würde dann auftreten, wenn sie ein paar Tage lang nicht befüllt würden.

Problematisch für kleinere Geschäfte

Problematisch könne es jedoch für kleinere Geschäfte werden, sagt Jung. Denn diese müssten wahrscheinlich ganz darauf verzichten, mit Bargeld beliefert zu werden. Auch würde dann abends keins mehr abgeholt. „Die Unternehmen wissen jedoch von dem Streik und werden sich vorbereiten“, so Jung. Die meisten würden ihre Bargeldvorräte aufstocken und ihren Bestand in Tresoren lagern.

Die Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft und den Arbeitgebern in der Geld- und Wertbranche erreichten in der Nacht auf Donnerstag bereits ihre dritte Runde. Sie waren wieder ohne Ergebnis verlaufen. Verdi fordert eine Anhebung der Stundenlöhne auf 16,19 Euro bis 20,60 Euro, je nach Region. „Die Arbeitgeber sind noch erheblich von unseren Forderungen und den Bedürfnissen der Beschäftigten entfernt“, so Verdi-Verhandlungsführerin Sonja Austermühle. „Deshalb werden wir nun mit Warnstreiks den Druck erhöhen.“ Bundesweit betroffen sind 11.000 Beschäftigte. Die vierte Verhandlungsrunde ist für den kommenden Mittwoch angesetzt.

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