Kann man sein Münzgeld in Mainz kostenlos zur Bank bringen?

In vielen Banken muss man Gebühren zahlen, wenn man seine gesammelten Münzen einzahlen will. Kann man das in Mainz auch kostenlos machen?

Kann man sein Münzgeld in Mainz kostenlos zur Bank bringen?

Morgens ein Brötchen beim Bäcker, am Nachmittag einen Kaffee in der Stadt und abends ein Bier in der Kneipe - wer viele kleine Einkäufe mit Bargeld bezahlt, hat dank des Rückgeldes schnell ein schweres Portemonnaie. Zuhause angekommen, werden die lästigen Geldmünzen in ein Sparschwein oder ein Geld-Döschen gesteckt. Zumindest so lange, bis nichts mehr hineinpasst. Und dann? Ab zur Bank. Aber kann man in Mainz sein überschüssiges Münzgeld überhaupt noch bei der Bank abgeben, ohne eine Gebühr dafür zahlen zu müssen?

Mainzer Volksbank

Martin Eich ist Pressesprecher der Mainzer Volksbank (MVB), im Gespräch mit Merkurist sagt er: „Es gibt seit 2015 die in deutsches Recht umgesetzte EU-Richtlinie zur Münzgeldprüfverordnung, die dafür sorgt, dass das Zählen der Münzen deutlich aufwändiger geworden ist.“ Denn seitdem müssen die Münzen nicht nur von speziell vorgegebenen Maschinen, sondern auch von zertifizierten Mitarbeitern bearbeitet werden. Deshalb könne das Münzgeld auch nicht mehr in den Filialen vor Ort gezählt werden. „Die Vorgabe soll unter anderem verhindern, dass Falschgeld in Umlauf gerät“, sagt Eich.

Bis vor wenigen Jahren gab es in der MVB-Filiale in der Schöfferstraße noch einen Zählautomaten. „Leider war der Automat sehr oft außer Betrieb, da er nicht selten fehlerhaft von Einzahlern befüllt wurde“, so Eich. Häufig hätten sich zum Beispiel Fremdkörper wie kleine Steine, Büroklammern oder sogar Zähne in das Münzfach des Geräts verirrt und den Automaten lahmgelegt.

Für MVB-Privatkunden gilt: 499 Münzen können pro Monat kostenlos in den Filialen abgeben werden. „Unser Erfahrungen zeigen, dass diese Anzahl für haushaltsübliche Mengen Kleingeld ausreichend ist. Sollten unsere Kunden doch mehr Münzen abgeben, fällt eine Gebühr von 0,005 Euro pro Münze an, mindestens jedoch 5 Euro“, so Eich. Da der Aufwand beim Zählen der Münzen inzwischen so groß geworden ist, habe die MVB diese betriebswirtschaftliche Entscheidung getroffen. „Für Kunden unter 18 Jahren und Einzahlungen auf Sparkonten bleibt das Einzahlen von Münzen generell gebührenfrei, unabhängig von der Anzahl“, sagt Eich.

Sparkasse

Auch die Mainzer Sparkasse ist durch die EU-Richtlinie zur Münzgeldprüfverordnung gezwungen, beim Thema Münzgeld umzudenken. „Daher sind viele Banken und Sparkassen, auch die Sparkasse Mainz, dazu übergegangen, die Bargeldlogistik auszulagern“ sagt Daniel Hörner, Sprecher der Sparkasse Mainz.

„Selbstverständlich bieten wir aber in allen unseren Beratungscentern und Filialen die Möglichkeit für unsere Kunden an, uneingeschränkt Münzgeld abzugeben“, sagt Hörner. Dazu wird das Münzgeld in einen sogenannten Safebag gefüllt und von einem externen Dienstleister gezählt. Anschließend wird der Betrag auf dem Girokonto der Sparkassen-Kunden gutgeschrieben. Hörner sagt: „Für Privatkunden wird dafür eine Gebühr von fünf Euro pro Safebag erhoben. Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren ist die Einzahlung von Münzgeld kostenfrei.“

Commerzbank

Privatkunden der Commerzbank können ihr Münzgeld an der Kasse sowie im Selbstbedienungs-Bereich am Automaten auf ihr Konto einzahlen. Commerzbank-Sprecherin Sonja Habig sagt: „Dabei fallen für sie keine Kosten an.“ In den Filialen in der Großen Bleiche und in Mainz-Kastel stehen für die Kunden außerdem Ein- und Auszahlungsautomaten bereit. „Zudem wird die Filiale am Dom, die gerade umgebaut und am kommenden Montag neu eröffnet wird, über einen solchen Automaten verfügen“, sagt Habig.

Sollten Unternehmen oder Firmen größere Mengen Münzgeld einzahlen wollen, stünden für diese Safebags bereit. „Die Safebags kosten die Firmen dann 7,50 Euro“, erklärt Habig. Außerdem könnten die Kunden individuelle Vereinbarungen für die Einzahlung von Münzgeld treffen.

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