Gastro-Beschäftigte in Mainz beim Einkommen fast 50 Prozent unterm Schnitt

Wird bald immer mehr Personal der Branche den Rücken kehren?

Gastro-Beschäftigte in Mainz beim Einkommen fast 50 Prozent unterm Schnitt

Köche, Servicekräfte und Hotelangestellte verdienen in Mainz weit unterdurchschnittlich – und könnten aus Geldsorgen ihrer Branche immer häufiger den Rücken kehren. Das meldet die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und verweist auf eine Analyse der Hans-Böckler-Stiftung, die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit ausgewertet hat.

Demnach kommen Beschäftigte aus dem Gastgewerbe, die eine Vollzeitstelle haben, in Mainz auf ein mittleres Monatseinkommen von aktuell nur 2.053 Euro brutto. Zum Vergleich: Branchenübergreifend liegt der Median bei Vollzeit in der Stadt bei 3.800 Euro.

Wie der Geschäftsführer der NGG-Region Mainz und Darmstadt, Guido Noll, sagt, dürfe man sich nicht wundern, dass sich Hotel- und Gastro-Beschäftigte in Zeiten der Corona-Krise einen neuen Job suchen, wenn sie 46 Prozent weniger verdienen als der Schnitt. „Viele von ihnen mussten monatelang mit dem Kurzarbeitergeld auskommen, ein Teil der Beschäftigten ist noch immer darauf angewiesen. Das sind harte Einbußen bei einem ohnehin niedrigen Einkommen“, so Noll.

Obwohl die Wirte und Hoteliers ebenfalls stark von den Folgen der Corona-Pandemie getroffen seien, müsse nun alles dafür getan werden, Löhne und Arbeitsbedingungen attraktiver zu machen. Gelinge das nicht, dürfte es in vielen Hotels, Gaststätten und Cafés schon bald nicht mehr genügend Personal geben, so Noll. Die NGG appelliert nun an die Arbeitgeber, die anstehenden Tarifverhandlungen zu nutzen und die Branche jetzt neu aufzustellen. Fachleute könnten mittelfristig nur gehalten werden, wenn sich die Unternehmen mit der Gewerkschaft zu einer besseren Bezahlung sowie attraktiveren Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen bekennen.

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