Radioaktive Stoffe an der JGU: Feuerwehr trainiert den Ernstfall

Die Berufsfeuerwehr Mainz übt auf dem Uni-Campus, was bei Unfällen mit radioaktiven Stoffen zu tun ist, seltene, aber besonders anspruchsvolle Lagen.

Radioaktive Stoffe an der JGU: Feuerwehr trainiert den Ernstfall

Ein radioaktiver Unfall auf dem Gelände der Johannes Gutenberg-Universität ist nun mehrmals das Übungs-Szenario, das Einsatzkräfte der Feuerwehr Mainz zu bewältigen haben. An sieben Terminen bereiten sie sich auf Einsätze mit radioaktiven Stoffen vor. Trainiert wird dann für seltene, aber besonders anspruchsvolle Lagen.

Zwei Szenarien werden dabei simuliert. Eines stellt einen Transportunfall nach, wie er auf der Autobahn mit radioaktiven Arzneimitteln für Krankenhäuser passieren könnte. Das zweite Szenario ist der Fund einer radioaktiven Probe in einem Schrottcontainer.

„Solche Übungen sind für uns wichtig, weil seltene Lagen nur dann sicher beherrscht werden, wenn Abläufe vorher praktisch trainiert wurden“, so Stefan Behrendt, Amtsleiter der Feuerwehr Mainz, der sich gleichzeitig bei der JGU und dem zuständigen Ministerium für die „sehr gute fachliche Zusammenarbeit“ bedankte.

Da die Feuerwehr bei solchen Schadenslagen meist als erste vor Ort ist, sei sie für eine schnelle Lageeinschätzung und die richtigen Maßnahmen verantwortlich. Im Mittelpunkt stünden dabei die Menschenrettung und der Schutz der eigenen Kräfte.

Keine Gefahr für die Bevölkerung

Bei den Übungen kommen nach Angaben der Feuerwehr ausschließlich sehr schwache und kontrollierte Strahlenquellen zum Einsatz, wie sie auch in Forschung und Medizin verwendet würden. Es bestehe zu keiner Zeit eine Gefahr für die Teilnehmenden, die Bevölkerung oder die Umwelt. Außerhalb des abgegrenzten Übungsbereichs werde keinerlei Strahlung messbar sein.

Die Johannes Gutenberg-Universität unterstützt die Feuerwehr mit ihrer Fachexpertise im Bereich Strahlenschutz und stellt die geeigneten Flächen für die Übungen zur Verfügung. Das Ganze findet unter der Aufsicht des Ministeriums für Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt und Forsten Rheinland-Pfalz statt.

Die Übungen wurden von der Feuerwehr und der JGU gemeinsam entwickelt, um theoretisches Wissen in realitätsnahe Szenarien zu überführen.

Die Universität bildet selbst intern im Umgang mit ionisierender Strahlung aus. Zu den Ausgebildeten gehören unter anderem Lehrkräfte, Einsatzkräfte von Feuerwehren in Rheinland-Pfalz und spezielle Einheiten der Bundespolizei, die auf chemische, biologische, radiologische und nukleare Gefahren spezialisiert sind.