So reagieren Mainzer auf den Vorfall in Halle

Die Anteilnahme nach dem Vorfall am Mittwoch in Halle (Saale) ist groß: Auch in Mainz reagieren immer mehr Vereine und Mainzer Prominente.

So reagieren Mainzer auf den Vorfall in Halle

Der Vorfall am Mittwochmittag hat ganz Deutschland erschüttert: Ein 27-jähriger Mann soll in der Nähe einer Synagoge zwei Menschen erschossen haben, weitere wurden verletzt. Ermittler vermuten hinter der Tat einen antisemitischen Hintergrund. Heute, einen Tag später, reagierten auch viele Mainzer auf die Tat.

Gedenkveranstaltung für die Opfer

Das „Bündnis Mainz für Israel“ hat eine Gedenkveranstaltung auf dem Gutenbergplatz organisiert. „Vor dem Staatstheater wollen wir uns um 18 Uhr versammeln. Wir haben Kerzen und kleine Schilder dabei. Ich werde auch ein paar Worte zum Gedenken sagen“, erzählt Organisator Robert Herr.

Auch der Rabbiner der Jüdischen Gemeinde Mainz, Aharon Ran Vernikovsky, ist bestürzt über die Tat. „Der Feiertag Jom Kippur fand bei uns ganz normal statt. Als wir davon erfahren haben, waren wir alle bestürzt und sind es noch“, erklärt er gegenüber Merkurist. Er möchte das Gemeindeleben normal fortsetzen und versuchen, Ruhe zu bewahren. Dennoch wisse er, dass die Situation problematisch ist. In Absprache mit der Polizei werden deshalb in Zukunft Veranstaltungen von der Polizei verstärkt geschützt.

Auch Peter Kohlgraf, Bischof des Bistum Mainz, äußerte sich in einem Brief über die Tat: „Es macht uns fassungslos, dass Juden in unserem Land einer solchen Gewalttat ausgesetzt sind. Wir sind besonders entsetzt darüber, dass der Täter gezielt den hohen jüdischen Feiertag Jom Kippur ausgesucht hat und seinen Angriff gegen eine Gemeinde richtete, die sich zum Gebet versammelt hat. Unsere Gedanken sind bei den Opfern des Angriffs, bei den Verletzten und allen, die durch diese Tat in Angst und Schrecken versetzt wurden. Ihnen und der gesamten jüdischen Gemeinschaft in Deutschland sind wir in diesen Tagen auch im Gebet eng verbunden.“

Auch OB-Kandidaten und Mainz 05 äußern sich

OB-Kandidatin Tabea Rößner (Grüne) ist erschüttert über den Vorfall: „Meine Gedanken sind bei den Opfern und Angehörigen der Opfer, aber auch bei der jüdischen Gemeinschaft, der meine volle Solidarität gilt. Auch der OB-Kandidat der Linken, Martin Malcherek, äußerte sich auf seiner Facebook-Seite: „Trauer mit den Betroffenen und Hinterbliebenen – Solidarität mit allen, die von Rechtsextremen bedroht werden. Zwar ist ein rechtsextremer Hintergrund der Taten von Halle noch nicht erwiesen, aber allein der Umstand, dass wir mörderische Anschläge auf jüdische Gemeinden wieder für naheliegend halten müssen, zeigt, dass wir handeln müssen.“

Fußball-Bundesligist Mainz 05 schreibt auf seiner Facebook-Seite: „Wir trauern um die Opfer des Anschlags von Halle. Unser Mitgefühl gilt den Hinterbliebenen. Im Andenken an unseren jüdischen Vereinsgründer Eugen Salomon, der im Dritten Reich deportiert und ermordet wurde, und in Solidarität mit der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland sagen wir: Nie wieder!“

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