Trauer um Gastro-Größe Betty

Eine Mainzer Gastro-Größe ist im Dezember gestorben: Barbara „Betty“ Hofmann. Als Geschäftsführerin der „Weinstube zum Bacchus“ und des „Bodega“ hatte sie sich einen Namen gemacht.

Trauer um Gastro-Größe Betty

Wer durch die Weinstuben und Kneipen der Mainzer Altstadt zog, der kannte wahrscheinlich Barbara Hofmann, genannt „Betty“. Früher führte sie die „Weinstube Bacchus“, bis Ende 2017 die „Bodega“. Im Dezember starb Betty völlig überraschend mit 67 Jahren, wie Merkurist aus dem Umfeld der Gastronomin erfuhr. Eine ihrer langjährigen Wegbegleiterinnen ist Claudia Froitzheim.

Wie Claudia gegenüber Merkurist erzählt, kam die gelernte Schneiderin Betty gegen Ende der Siebzigerjahre aus der Nähe von Koblenz nach Mainz. Um sich Geld dazuzuverdienen, arbeitete Betty in der Bar Bodega Valencia. „Wir haben uns Mitte der Achtzigerjahre kennengelernt“, erinnert sich Claudia, die zu dieser Zeit in der „Bodega“ arbeitete. „Betty und ihr Lebensgefährte führten damals die Weinstube Bacchus, nach Feierabend schaute sie häufig noch mal in der Bodega vorbei.“

„Die Kneipe ist mein Leben“ - Betty

Wenn Claudia an Betty denkt, erinnert sie sich an eine „schöne Zeit“. „Wir haben viel Spaß zusammen gehabt.“ Anfang 2002 übernahm Betty die Bodega – anfangs noch mit einem Geschäftspartner. Als Betty Ende 2017 kürzertreten wollte, sagte sie im Merkurist-Interview: „Wenn es einen neuen Chef gibt, würde ich gerne noch ein paar Jahre als Angestellte weiterarbeiten. Die Kneipe ist mein Leben.“ Doch aus dem Plan wurde nichts.

Was Claudia bleibt, ist die Erinnerung an schöne Stunden mit Betty, an Feiern mit den Spielern von Mainz 05, den Ringern vom ASV Mainz 1888 oder den Mainzer Hofsängern. Und an eine Kneipen-Kultur, die es heute ihrer Meinung nach nicht mehr gibt. „Früher war das Nachtleben in der Altstadt anders. Man hat gesagt: ‘Ich gehe zur Betty’ und nicht ‘ich gehe in die Bodega'. Diese Weinstuben und Kneipen, die von ihren Besitzern leben, gibt es nur noch selten.“

Abschied von Betty

Betty hatte noch Pläne für ihr Leben, wollte gemeinsam mit ihrem Sohn nach München ziehen. Doch dann kam alles anders. „Betty war eine ganz ursprüngliche Frau, hat sich um jeden beinahe mütterlich gekümmert“, sagt Claudia. Um Betty zu gedenken, findet am Donnerstag, den 16. Januar, um 13 Uhr eine öffentliche Trauerfeier im Alten Krematorium statt. (rk)

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