Was passiert, wenn bei einem Gast eine Corona-Infektion festgestellt wird?

Es ist wohl etwas, das vielen gefehlt hat: der Besuch im Lieblingsrestaurant. Seit Mittwoch ist das in einigen Lokalen unter Auflagen wieder möglich. Doch was passiert eigentlich, wenn beim Gast am Nebentisch eine Corona-Infektion festgestellt wird?

Was passiert, wenn bei einem Gast eine Corona-Infektion festgestellt wird?

Seit Mittwoch (13. Mai) dürfen Gastronomie-Betriebe in Rheinland-Pfalz wieder öffnen. Dabei müssen sich Betreiber, Mitarbeiter und Gäste an einige Regelungen halten (wir berichteten). Zum Beispiel müssen sie einen Mund-Nasen-Schutz tragen oder ihre Kontaktdaten zur Verfolgung möglicher Infektionsketten hinterlassen. Ein Merkurist-Leser fragt sich in seinem Snip: Was passiert eigentlich, wenn bei einem Gast am Nebentisch eine Corona-Infektion festgestellt wird? Müssen dann alle Gäste und Mitarbeiter in Quarantäne?

„Personen am Nachbartisch, zu denen kein weiterer näherer Kontakt bestand, wären gemäß der derzeitig empfohlenen Klassifikation für Kontaktpersonen des Robert Koch-Instituts der Kategorie II, also einem niedrigen Ansteckungsrisiko, zuzuordnen“, sagt eine Sprecherin des rheinland-pfälzischen Gesundheitsministeriums. Werden also Abstands- und Hygieneregeln eingehalten, ist das Infektionsrisiko als gering einzustufen.

Das bestätigt auch ein Sprecher der Kreisverwaltung Mainz-Bingen: „Im Falle einer Infektion können die Gesundheitsämter die engen Kontakte nachverfolgen. Dies sind zum Beispiel Tischnachbarn und die für diesen Tisch eingeteilte Servicekraft.“ Ob darüber hinaus Personen zu ermitteln seien, zum Beispiel von Nachbartischen, hänge vom Einzelfall ab, „zum Beispiel der räumlichen Situation, der Aufenthaltsdauer oder der zeitlichen Überschneidung“. Davon hänge es dann auch ab, wer in Quarantäne muss und wer eventuell getestet werden muss.

Nicht automatisch alle in Quarantäne

Mitarbeiter und Gäste müssten somit nicht pauschal in eine 14-tägige Quarantäne, sollte ein Infektionsfall in einem Restaurant vorliegen. „In der Regel werden nur Kontaktpersonen mit hohem Ansteckungsrisiko, entsprechend der Kategorie I nach Klassifikation des Robert Koch-Instituts unter Quarantäne gestellt“, so die Ministeriumssprecherin. Personen der Kategorie II werde in der Regel eine „häusliche Absonderung“ empfohlen.

Empfohlen werde außerdem, in Ausbruchssituationen auch Kontaktpersonen ohne Symptome zu testen. Im Zweifelsfall müssten so alle Mitarbeiter und Gäste des jeweiligen Tages getestet werden. Wie genau dabei vorgegangen wird, entscheiden aber die Gesundheitsämter. Werden mehrere Corona-Fälle in einem Lokal festgestellt, kann es geschlossen werden. „Entscheidend ist hierbei, inwieweit das Personal bei der Übertragung eine Rolle spielt“, so die Sprecherin abschließend. (mm)

Logo