Luca-App: ein „Millionengrab verschwendeter Steuergelder“?

Einfach mit dem Handy einchecken, ohne lästige Papierformulare. Die Luca-App ist in Restaurants, bei Veranstaltungen und Konzerten inzwischen Standard. Doch war sie die sinnvollste Lösung? Der Gaststättenverband hat dazu eine klare Meinung.

Luca-App: ein „Millionengrab verschwendeter Steuergelder“?

Seit einigen Monaten ersetzt die Luca-App vielerorts die bislang üblichen und vorgeschriebenen Papierformulare zur Kontaktdatenerfassung. Mehr als 25 Millionen Deutsche sind inzwischen bei Luca registriert, knapp 300.000 Standorte deutschlandweit nutzen die App, ist von Seiten des Betreibers culture4life GmbH zu erfahren. Die Idee hinter der App: Über einen QR-Code kann man sich beim Besuch im Restaurant, bei Konzerten, im Kino oder Museum per Scan mit dem Handy einchecken.

Bei einem positiven Fall können die Kontakte dann schnell an das entsprechende Gesundheitsamt weitergeleitet werden, das somit die betroffenen Kontakte nachverfolgen kann. Die Nutzer werden dann in der App selbst informiert.

Kritik vom Hotel- und Gaststättenverband

Doch was kostet die App letztendlich und ist sie tatsächlich die einzige mögliche Lösung?

Die Kosten für die App übernehmen Bund und Länder. Die Landesregierung habe sich für Luca entschieden, nachdem sie sich „eine ganze Reihe unterschiedlicher Systeme angesehen hat“. Wichtig sei dabei, eine möglichst bundeseinheitliche Lösung zu schaffen, die zumindest auch von den benachbarten Bundesländern genutzt werde, ist beim Land Rheinland-Pfalz zu erfahren. Inzwischen ist die Luca-App in fast ganz Deutschland zum Standard der Kontaktdatenerfassung geworden. Rund 20 Millionen Euro bezahlten Bund und Länder an den Betreiber culture4life. Für die Nutzer und die Gastronomie ist sie kostenlos.

„Luca entlarvt sich zu einem Millionengrab verschwendeter Steuergelder“, kritisiert Gereon Haumann, Präsident des Hotel- und Gaststättenverbands (DEHOGA) Rheinland-Pfalz. Im Vergleich zu seinem hessischen Kollegen, der keine großen Nachteile in der Luca-App sieht, sei die erfolgreiche PR-Strategie die einzige Stärke der App. Prinzipiell sei es zwar wichtig, eine digitale Lösung zur Erfassung der Kontakte zu haben, doch Luca sei die falsche. „Die Missbrauchsmöglichkeiten sind sehr groß, sie ist nur unzureichend programmiert.“ Angesichts der vielen Schwächen wundere er sich, dass die Luca-App vom Datenschutzbeauftragten in Rheinland-Pfalz überhaupt zugelassen wurde. Kritik sei auch schon von Gesundheitsämtern gekommen. „Es war einfach keine gute Entscheidung der Landesregierung“, so Haumann.

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